Wahl-Knaller in Ungarn: Orban kassiert Niederlage, Magyars Partei mit Zweidrittelmehrheit

Budapest (Ungarn) - Die Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar (45) hat nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Nach Auszählung der Stimmzettel in 84,91 Prozent der Wahllokale kommt Tisza auf 138 von 199 Mandaten im Parlament. Der seit 16 Jahren in Ungarn regierende Ministerpräsident Viktor Orban (62) hatte zuvor seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden.

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban (62, m.) hat seine Wahlniederlage eingeräumt.  © Petr David Josek/AP/dpa

"Die Wahlergebnisse sind, wenn auch noch nicht endgültig, klar. Für uns sind sie schmerzhaft, aber eindeutig", sagte Orban am Sonntagabend vor Journalisten.

"Uns ist nicht die Verantwortung und die Chance zum Regieren anvertraut worden. Ich habe der siegreichen Partei gratuliert", sagte der rechtsnationalistische Regierungschef weiter. Sein Herausforderer Peter Magyar schrieb im Onlinedienst Facebook: "Ministerpräsident Viktor Orban hat mich gerade angerufen, um uns zu unserem Sieg zu gratulieren."

Die international viel beachtete Richtungswahl in Ungarn verzeichnete eine Rekordbeteiligung von 77,8 Prozent. Der Machtwechsel in Budapest hat voraussichtlich weitreichende Folgen für die Außenpolitik des zentraleuropäischen Landes und EU-Mitglieds.

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Peter Magyar (45), Vorsitzender der Oppositionspartei Tisza, hat die Wahl wohl für sich entscheiden können.  © Denes Erdos/AP/dpa

Während sich Orban seit Jahren auf Konfrontationskurs zu Brüssel befindet und trotz des Ukraine-Krieges gute Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) unterhält, hat Magyar angekündigt, einen pro-westlichen Kurs zu verfolgen und Ungarn zu einem zuverlässigen Nato- und EU-Partner zu machen.

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Bundeskanzler und Außenminister gratulieren

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und Außenminister Johann Wadephul (63) haben unmittelbar nach Viktor Orbans Eingeständnis seiner Wahlniederlage in Ungarn dem wahrscheinlichen Nachfolger als Ministerpräsident gratuliert.

"Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa", schrieb Merz auf der Plattform X an die Adresse von Peter Magyar, dessen bürgerliche Tisza-Partei nach dem Auszählungsstand vom Abend auf eine deutliche Mehrheit zusteuerte.

Erstmeldung vom 12. April 2026, 21.35 Uhr; letzte Aktualisierung 22.37 Uhr

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