Defizite in Deutsch: Drittklässler im Südwesten haben Nachholbedarf

Stuttgart - Drittklässler in Baden-Württemberg haben Defizite in den Bereichen Deutsch und Mathematik.

Der Bildungserfolg von Kindern hängt stark vom sozialen Hintergrund ab.
Der Bildungserfolg von Kindern hängt stark vom sozialen Hintergrund ab.  © Sebastian Gollnow/dpa

Das ist das Ergebnis der jüngsten bundesweiten Vergleichsarbeiten (Vera), an denen 89.000 Jungen und Mädchen teilnahmen. Zu viele Schülerinnen und Schüler erreichten nicht die Mindeststandards für den Grundschulabschluss beim Lesen, in der Rechtschreibung sowie in Mathematik, wie das Kultusministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Zudem sei der Bildungserfolg noch zu stark vom sozialen Hintergrund abhängig. So erreichten 52 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die aus bildungsfernen Elternhäusern kommen, den Mindeststandard beim Lesen nicht.

Unter den Kindern aus privilegierten Elternhäusern erreichten hingegen mit zehn Prozent deutlich weniger nicht den Mindeststandard, teilte das Ministerium weiter mit. Die Unterrichtseinschränkungen während der Corona-Pandemie spielten bei der Vera-Studie eine gewisse Rolle, sagte ein Ministeriumssprecher.

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Die Ergebnisse der jüngsten Erhebung bestätigen die Resultate des IQB Bildungstrends 2021 - einer Studie, die im Abstand von fünf Jahren die Kompetenzen bei Viertklässlern repräsentativ untersucht.

Viele Schüler verfehlen den Mindeststandard

Ressortchefin Theresa Schopper (61, Bündnis 90/ Die Grünen) sagte, die aktuellen Vera-Ergebnisse zeigten einmal mehr, dass es wichtig und richtig sei, Lesen, Schreiben und Rechnen in den Mittelpunkt der Förderung zu stellen.

"Wir wollen, dass alle Kinder ihr Potenzial unabhängig von ihrer Herkunft entfalten können." So fallen die Leistungsunterschiede bei Vera 3 zwischen Kindern mit deutscher und einer anderen Alltagssprache laut Ministerium noch zu groß aus.

Es gebe erheblich mehr Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard verfehlten, unter denjenigen, die im Alltag nicht Deutsch sprechen.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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