Lärmhaus an der A72: Bürgermeister will nun helfen

Jahnsdorf - Das Haus der Jahnsdorfer Familie Wild in der Seifersdorfer Straße liegt unmittelbar an der A72. Seit Jahren fühlen sich die Wilds dem Krach ausgeliefert. Jetzt äußert sich die Autobahn-Verwaltung zu dem Vorgang. Der Bürgermeister von Jahnsdorf macht Vorschläge zur Verbesserung.

Familie Wild wohnt ohne Lärmschutz circa 75 Meter von der Autobahn 72 entfernt.
Familie Wild wohnt ohne Lärmschutz circa 75 Meter von der Autobahn 72 entfernt.  © Uwe Meinhold

Auf die Frage, warum für das Haus, das nur 75 Meter von der A72 entfernt liegt, kein Lärmschutz vorhanden ist, antwortet Tino Möhring (38), Sprecher der Autobahnverwaltung (Niederlassung Ost), eindeutig: "Es trifft nicht zu, dass es für dieses Haus keinen Lärmschutz gibt."

Für den Streckenabschnitt wurde zum Schutz des Hauses vom damaligen Autobahnamt Sachsen die "Ausführung einer lärmmindernden Fahrbahndeckschicht im gesamten Autobahnabschnitt" umgesetzt, erklärt Möhring.

Aber auch die Installation von Lärmschutzfenstern und Lüftungseinrichtungen (die Kosten dafür wurden erstattet) half offenbar nicht bei der Krach-Reduzierung.

Jugendliche mit Pistole bedroht, kurz zuvor hörten sie einen lauten Knall
Erzgebirge Jugendliche mit Pistole bedroht, kurz zuvor hörten sie einen lauten Knall

Der Jahnsdorfer Bürgermeister Albrecht Spindler (43) gibt Grund zur Hoffnung. Es werde zurzeit eine Lärmkartierung durchgeführt. Lärmkarten stellen die Lärmbelastung auf Gebieten dar, zum Beispiel für Hauptverkehrsstraßen, über die mehr als drei Millionen Autos pro Jahr brausen. Außerdem stellen Lärmkarten die Anzahl der von Lärm betroffenen Menschen fest.

"An die Kartierung wird sich eine Lärm-Aktions-Planung anschließen. Die kann entsprechende Maßnahmen ausweisen hinsichtlich Lärmreduzierung oder Schutzmaßnahmen", sagt Spindler.

Christian Wild (65, v.l.n.r.), Kerstin Wild (60), Rico Anton (44, CDU) und Bürgermeister Albrecht Spindler (43) besprechen die weitere Vorgehensweise.
Christian Wild (65, v.l.n.r.), Kerstin Wild (60), Rico Anton (44, CDU) und Bürgermeister Albrecht Spindler (43) besprechen die weitere Vorgehensweise.  © Uwe Meinhold

Rico Anton (44, CDU), der am vergangenen Mittwoch mit Albrecht Spindler Familie Wild besuchte, ergänzt dazu: "Die Auswertung der Kartierung und Vorschläge für Maßnahmen dürften noch dieses Jahr gemacht werden."

Die Vorschläge würden dann wieder an die Autobahn-Verwaltung gehen, und dann wird über eine Umsetzung diskutiert werden.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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