Zwischen Knochenjob und Euphorie: Darmstädter Friseurin schafft es zur New York Fashion Week

Darmstadt/New York - Friseurmeistern Katrin Ethner (41) aus dem hessischen Darmstadt war bei der "New York Fashion Week" im vergangenen Februar dabei. Von den gemachten Erfahrungen ist sie immer noch unglaublich beeindruckt.

Eine Woche lang arbeite die Darmstädter Friseurmeisterin Katrin Ethner (41) auf der "New York Fashion Week".
Eine Woche lang arbeite die Darmstädter Friseurmeisterin Katrin Ethner (41) auf der "New York Fashion Week".  © privat

Denn der Job als Hairstylistin bei einem der wichtigsten Mode-Events der Welt ist einerseits unbezahlte Knochenarbeit. Andererseits zeigt sich die Mutter von zwei kleinen Kindern im Interview mit "TAG24" hellauf begeistert und ist sich absolut sicher: Das war nicht das letzte Mal!

Über den Instagram-Account der Friseur-Community "Grenzenlos" wurde Katrin auf die Möglichkeit, auf der Fashion Week zu arbeiten, aufmerksam. 34 Friseurinnen und Friseure aus Deutschland konnten so nach New York. Ein Platz war noch frei, sie bewarb sich, am nächsten Tag kam die Zusage.

Einzige Voraussetzung: Katrin musste ein zweitägiges Boot Camp Anfang Januar unter Leitung von Creative Director Gary Baker absolvieren. "Da wird Dir sofort klar gemacht, Du kannst nicht mit Larifari da stehen", sagt sie.

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Dann ging es ab in den "Big Apple" - auf eigene Kosten, denn Geld oder Spesen gab es nicht für die Friseure, dafür aber umso mehr Arbeit.

Direkt nach der Ankunft in New York ging's zur ersten Show

Viel zu tun, aber Spaß ohne Ende: Katrin will das Erlebnis Fashion Week auf jeden Fall wiederholen.
Viel zu tun, aber Spaß ohne Ende: Katrin will das Erlebnis Fashion Week auf jeden Fall wiederholen.  © privat

"Ich bin angekommen, hatte 20 Minuten Zeit, habe meine Tasche gepackt, den U-Bahn-Plan geschnappt und bin zur ersten Show gefahren", berichtet Katrin, die in Darmstadt seit 15 Jahren einen eigenen Salon führt.

Vor Ort mussten nach kurzem Briefing die Models gestylt werden. Bis zu fünf Hairstylistinnen machten die Mädels dann bereit für den Catwalk. Anschließend ging es zur nächsten Show.

"Mein längster Tag ging von 5.45 Uhr bis abends um 20 Uhr - ohne Pause, bei verschiedenen Shows in verschiedenen Locations", beschreibt die Darmstädterin die Situation.

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Dabei konnte es durchaus passieren, dass sich Einsatzorte für die Friseure spontan änderten. Einmal habe sie bereits ihr komplettes Equipment aufgebaut, berichtet Katrin.

Dann sei ein Anruf gekommen, dass sie bei einer anderen Show dringender gebraucht wird: also alles wieder eingepackt und mit der U-Bahn hingefahren. Klingt nach Stress, ist es auch, aber absolut positiver!

34 Friseurinnen und Friseure aus Deutschland sammelten unbezahlbare Erfahrungen auf der New York Fashion Week.
34 Friseurinnen und Friseure aus Deutschland sammelten unbezahlbare Erfahrungen auf der New York Fashion Week.  © privat

Und nach diesem ist sie jetzt fast schon süchtig. "Ich bin wie ein Junkie auf der Suche nach dem nächsten Schuss", lacht sie. Deshalb will sie unbedingt wieder zur Fashion Week! Den Februar 2025 hat sie bereits fest eingeplant.

Und wenn es über "Grenzenlos" nicht klappen sollte? "Dann fliege ich einfach hin", sagt Katrin, "stehe vor Gary Bakers Haustür und sage: Wenn Ihr mich braucht, ich bin da."

Titelfoto: privat

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