Mord, Sexualstraftaten, Bußgeld: 24.500 offene Haftbefehle in NRW

Düsseldorf – Die Zahl der offenen Haftbefehle ist in Nordrhein-Westfalen binnen eines Jahres auf fast 24.500 angestiegen.

303 Menschen erhielten einen Haftbefehl wegen Mordes. Die Haft sei allerdings noch nicht angetreten worden. (Symbolbild)
303 Menschen erhielten einen Haftbefehl wegen Mordes. Die Haft sei allerdings noch nicht angetreten worden. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Das geht aus Zahlen der Landesregierung an den Rechtsausschuss des Landtags hervor (Stichtag 2. Januar). Das entsprach einem Anstieg von 1,7 Prozent.

Vor etwa einem Jahr (Stichtag 10. Januar) hatte die Zahl noch bei knapp 24.100 gelegen.

Unter den offenen Haftbefehlen waren 303 wegen Mordes, 313 wegen Totschlags und 558 wegen Sexualstraftaten.

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Den größten Anteil hatten aber die Ersatzfreiheitsstrafen für nicht gezahlte Geldstrafen mit fast 10.400 Haftbefehlen.

Sollte man sich bei diesen Zahlen Sorgen machen? Laut WDR müsse man sie einordnen. NRW-Justizminister Peter Biesenbach (74, CDU) sagte, dass einige Täter "nach Verbüßung eines Großteils der Strafe abgeschoben" werden würden. Und auch wenn Täter sterben, gelte ein Haftbefehl weiter und wird nicht aus der Statistik gelöscht - denn Mord verjährt nicht.

Dennoch gebe es auch immer wieder Menschen, die untertauchen oder sich eine andere Identität schüfen, so Polizei-Gewerkschafter Michael Mertens.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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