Nach Kutschaty-Rücktritt: Nachfolger für ehemaligen Fraktionsvorsitzenden gefunden

Düsseldorf - Der Kölner Lehrer Jochen Ott (49) führt künftig die SPD-Fraktion im NRW-Landtag an. Er wird damit der Oppositionsführer gegen die schwarz-grünen Regierungsfraktionen von Ministerpräsident Wüst.

Der Lehrer Jochen Ott (49) ist neuer SPD-Fraktionsvorsitzender im nordrhein-westfälischen Landtag.
Der Lehrer Jochen Ott (49) ist neuer SPD-Fraktionsvorsitzender im nordrhein-westfälischen Landtag.  © Henning Kaiser/dpa

Der Kölner Bildungsexperte Jochen Ott ist neuer Fraktionsvorsitzender der SPD im nordrhein-westfälischen Landtag. Die größte Oppositionsfraktion wählte den bisherigen Vize-Fraktionschef am Dienstag an ihre Spitze.

Der 49-jährige Ott setzte sich gleich im ersten Wahlgang gegen den Remscheider Juristen Sven Wolf (47) und die Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion, Sarah Philipp (40), durch. Ott erhielt 29 Stimmen und erreichte damit die notwendige absolute Mehrheit.

Die SPD stellt mit 56 Abgeordneten die größte Oppositionsfraktion im NRW-Landtag. Als SPD-Fraktionschef tritt Ott künftig als Oppositionsführer gegen die schwarz-grünen Regierungsfraktionen von Ministerpräsident Hendrik Wüst (47, CDU) auf.

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Ott hat sich einen Ruf als angriffslustiger und scharfzüngiger Kritiker der Bildungspolitik der CDU-geführten Landesregierung erworben.

Vor seinem Einzug in den Landtag 2010 hatte er an der Gesamtschule in Brühl Geschichte, Sozialwissenschaften und Katholische Religion unterrichtet.

SPD in Nordrhein-Westfalen wählt am 26. August ihre neue Führung

Thomas Kutschaty (54) trat im März als Partei- und Fraktionschef der NRW-SPD zurück.
Thomas Kutschaty (54) trat im März als Partei- und Fraktionschef der NRW-SPD zurück.  © Federico Gambarini/dpa

Der Posten des SPD-Fraktionschefs war frei geworden, nachdem der bisherige Vorsitzende Thomas Kutschaty (54) im März seinen Rückzug angekündigt hatte. Kutschaty trat außerdem als SPD-Landesparteichef zurück.

Bei der Landtagswahl vor einem Jahr war die SPD auf einen historischen Tiefstand von 26,7 Prozent abgesackt. Kutschatys Rücktritt von den Spitzenämtern der SPD knapp ein Jahr nach der verlorenen Wahl galt auch als Konsequenz aus der anhaltenden parteiinternen Kritik. Die Landes-SPD wählt bei einem Parteitag am 26. August ihre neue Führung.

Ambitionen auf den Parteivorsitz der NRW-SPD hat Ott jedoch nicht. Er gehe nicht davon aus, "dass es ein richtiger Weg ist, jetzt in der Situation der SPD alles in einer Hand zu vereinen", sagte Ott am Dienstag in Düsseldorf. Die SPD müsse nun "mit einem starken Team" antreten.

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Seine Aufgabe als Fraktionschef sei, dafür zu sorgen, dass die SPD "klar, präsent, erkennbar" sei, sagte Ott. Die Fraktion müsse "Angriffsspieler und Taktgeber" in den landespolitischen Auseinandersetzungen sein und eine Alternative zur Regierungskoalition darstellen.

Erstmeldung: 5.31 Uhr; Update: 14.27 Uhr.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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