Trotz zahlreicher Messer-Attacken am Wochenende: Zahl in NRW "geringer denn je"

Düsseldorf - Die vielen Messerattacken am langen Mai-Wochenende in Nordrhein-Westfalen sind laut Innenminister Herbert Reul (70, CDU) kein Indiz für eine insgesamt steigende Gewaltkriminalität in diesem Bereich.

NRW-Innenminister Herbert Reul (70, CDU) sieht keine steigende Gewaltkriminalität bei Messerattacken.
NRW-Innenminister Herbert Reul (70, CDU) sieht keine steigende Gewaltkriminalität bei Messerattacken.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Faktenlage ist: Messerangriffe sind im Moment geringer denn je", sagte Reul am Freitag in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags.

Tatsächlich sei die Zahl der Messer-Angriffe hier von 2019 bis 2022 um 27 Prozent auf zuletzt 4200 gesunken. In 149 dieser Fälle sei es um Mord und Totschlag gegangen, 26 Menschen seien dabei gestorben. 22 Prozent der fast 4000 Tatverdächtigen seien Kinder und Jugendliche gewesen.

Die Hintergründe solcher Messer-Angriffe seien äußerst unterschiedlich, daher müsse die Debatte über Lösungen differenziert geführt werden, mahnte der Innenminister in dem hitzigen politischen Schlagabtausch. Über ein generelles Messerverbot in der Öffentlichkeit - wie von der SPD-Opposition gefordert - könne man mit ihm reden, sagte Reul. Beschließen könne das allerdings nur der Bund - und dort stelle die SPD die Innenministerin.

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Der SPD-Abgeordnete Andreas Bialas (54) warf Reul vor, keine Antworten auf ein akutes Problem zu haben, was sich in den vielen Vorfällen der vergangenen Tage offenbart habe. "So desorientiert habe ich Sie noch nie erlebt", hielt er dem Innenminister vor.

Dass Reul im Parlament vortrage, er wisse nicht, ob die Zahlen wieder stiegen, wenn das Wetter wärmer werde und die Leute öfter draußen seien, sei alles andere als die nötige Ansage, wie dem zu begegnen wäre.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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