Unglücksnacht auf der Nordsee: Schlauchbootfahrer und Segler verschwunden

Cuxhaven - Gleich zwei großangelegte Suchen nach zwei unabhängig voneinander verschwundenen Männern haben die Seenotretter in der Nacht zu Dienstag auf hoher See gehalten. Beide Suchaktionen – die nach einem vor Amrum verschwundenen Segler und einem seit Montagabend vermissten Schlauchbootfahrer – mussten in den Morgenstunden abgebrochen werden.

Zahlreiche Schiffe suchten in der Nacht auf Dienstag nach dem vermissten Schlauchbootfahrer – darunter auch Fischkutter und Handelsschiffe.
Zahlreiche Schiffe suchten in der Nacht auf Dienstag nach dem vermissten Schlauchbootfahrer – darunter auch Fischkutter und Handelsschiffe.  © Die Seenotretter - DGzRS/Andre Rudat

Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Dienstagmorgen mitteilte, hatte die Freundin des Schlauchbootfahrers diesen gegen 17.30 Uhr am Montagabend als vermisst gemeldet.

Sie hatte seine Route über eine Software verfolgt – am Nachmittag sei der Kontakt dann abgebrochen. Zuletzt war das Schlauchboot von einer Fähre gesichtet worden, wie eine Nachfrage der Seenotretter ergab. Der Besatzung sei nichts Ungewöhnliches aufgefallen.

Nur kurze Zeit später wurde das Schlauchboot des Vermissten zwischen Helgoland und Cuxhaven mit laufendem Motor gesichtet, allerdings ohne den Skipper an Bord.

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Die "sehr umfangreiche" Suche mit zahlreichen Schiffen, Hubschraubern und Flugzeugen wurde in den frühen Morgenstunden ergebnislos abgebrochen, wie eine Sprecherin der DGzRS gegenüber TAG24 mitteilte.

Der vermisste Segler war auf dem Weg nach Sylt

Die Suche nach dem verschwundenen Segler läuft aktuell noch.
Die Suche nach dem verschwundenen Segler läuft aktuell noch.  © Die Seenotretter - DGzRS/Andre Rudat

Auch beim zweiten Notfall meldete die Partnerin den Segler als vermisst. Der Skipper war nach Angaben der Sprecherin von Helgoland unterwegs nach Hörnum auf Sylt. Als er dort auch einige Stunden nach der verabredeten Zeit nicht auftauchte, alarmierte seine Ehefrau die Seenotretter.

Um halb zwei in der Nacht auf Dienstag entdeckte ein Marine-Hubschrauber ein menschenleeres Segelboot nördlich von Amrum. Es war im Watt auf Grund gelaufen.

Feuerwehren suchten zwischenzeitlich auch entlang der schleswig-holsteinischen Küste die Uferbereiche ab. Doch inzwischen wurde auch diese Suchaktion ohne Erfolg eingestellt. "Nach jedem menschlichen Ermessen kann der Segler nicht mehr lebend gefunden werden", erläuterte eine DGzRS-Sprecherin dazu.

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Die Ursachen und Umständen sind in beiden Fällen noch völlig unklar.

Das Wetter war nach Angaben der Seenotretter bei beiden Unfällen relativ ruhig bei Wind aus Südost der Stärke zwei bis drei, geringem Seegang und einer Wassertemperatur von etwa zehn Grad Celsius.

Erstmeldung um 7.19 Uhr. Zuletzt aktualisiert um 10.36 Uhr.

Titelfoto: Die Seenotretter - DGzRS/Andre Rudat

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