Nächtlicher Notfall auf der Ostsee! Anker versagt im Sturm: Segler treibt in gefährliche Zone
Rerik - Heftige Nacht auf der Ostsee! Bei stürmischen Böen ist ein Segler mit seiner Yacht im Salzhaff bei Rerik (Kreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern) in Seenot geraten. Sein Anker hielt den heftigen Windböen nicht stand, das Boot trieb in gefährliches Flachwasser.
Der Mann warm am Samstag mit seiner Yacht auf dem Weg von Kirchdorf auf der Insel Poel nach Kühlungsborn.
Weil das Wetter im Laufe des Tages immer stürmischer wurde, suchte er mit seinem etwa neun Meter langen Boot Schutz im Salzhaff südlich der Insel Kieler Ort und warf den Anker.
Doch kurz nach Mitternacht wurde die Lage immer brenzliger: Die Windböen waren irgendwann so stark, dass der Anker sich löste! Das Boot begann abzutreiben, teilte die Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Sonntag mit.
Besonders gefährlich: Im flachen Wasser drohte die Yacht auf Steine zu laufen und leckzuschlagen. Der Segler alarmierte daraufhin die Seenotretter.
Sofort schickte die Rettungsleitstelle Einsatzkräfte los. Gegen 0.40 Uhr legten die Retter der Station Timmendorf auf Poel ab. Doch der Einsatz wurde zur Geduldsprobe.
Für die Strecke bis ins Salzhaff, die normalerweise in rund 20 Minuten zu bewältigen ist, brauchten die Seenotretter wegen des heftigen Seegangs fast eineinhalb Stunden!
Vor Ort erschwerten starke Windböen und Regenschauer zusätzlich die Sicht. Die Yacht war bereits in den Flachwasserbereich abgetrieben, sodass sich die Besatzung dem Boot nur äußerst vorsichtig nähern konnte.
Seenotretter bringen Segler in Sicherheit
Ein Abschleppen der Segelyacht war unter diesen Bedingungen nicht möglich. Deshalb entschieden sich die Seenotretter, den Mann direkt von Bord zu holen. Dann wurde es heikel. Ein Seenotretter sicherte sich mit einer Leine und wartete auf den richtigen Moment.
Als das Rettungsboot für einen kurzen Augenblick nah genug an die Yacht herankam, packte der Retter den Segler und brachte ihn an Bord des Rettungsschiffs.
Als der Mann in Sicherheit war, fuhr der Bootsführer sofort los, um zu verhindern, dass auch das Seenotrettungsboot im flachen Wasser festkam. Gegen 3.30 Uhr erreichten sie schließlich wieder Timmendorf. Dort übergaben die Retter den Segler zur weiteren Betreuung an die Wasserschutzpolizei.
Damit war der Einsatz allerdings noch nicht ganz beendet. Noch am selben Tag unterstützten die Seenotretter den Mann auf Anfrage erneut. Gemeinsam gelang es, die festgekommene Segelyacht aus dem Salzhaff zu befreien. Anschließend konnte der Segler mit seinem Boot einen nahe gelegenen Hafen anlaufen.
Titelfoto: Stefan Sauer/dpa

