Tallinn (Estland) - Das Frachtschiff einer deutschen Reederei ist vorübergehend an der Weiterfahrt gehindert worden. Im Finnischen Meerbusen musste die Besatzung einen Zwangsstopp einlegen.
Wie der estnische Rundfunk ERR berichtet, ist die "Västerbotten" in der Nacht zu Donnerstag von der russischen Grenzpolizei festgesetzt worden, als sie sich in deren Hoheitsgewässern befand. Das unter zypriotischer Flagge fahrende Frachtschiff war auf dem Weg durch die Ostsee zum Hafen von Sillamäe (Estland).
Laut dem Tracking-Portal "Vesselfinder" lag die Västerbotten etwa sechs Stunden rund 13 Kilometer südlich der russischen Insel Bolschoi Tjuters vor Anker. Mittlerweile hat sie ihr Ziel nahe der russischen Grenze erreicht.
Eine offizielle Begründung für die Zwangspause liegt bislang nicht vor. Die estnische Transportverwaltung hat nach Angaben von ERR keine Erklärung der russischen Seite erhalten. Die friedliche Durchfahrt ihrer Territorialgewässer ist grundsätzlich gemäß einem Abkommen erlaubt. Allerdings darf ein Küstenstaat die Schiffe dabei kontrollieren.
Auf Anfrage von "t-online" wollte sich die deutsche Reederei "Navalis Shipping" aus Oldendorf in Niedersachsen zunächst nicht zu der Kontrolle äußern.
Bereits im Mai 2025 kam es zu einem ähnlichen Vorfall. Damals hatte Russland einen griechischen Öltanker aus Sillamäe kommend auf dem Weg nach Rotterdam festgesetzt. Die Folge waren diplomatische Spannungen in der Region.