Sprengarbeiten mitten im verschneiten Harz: "Es wird mehrere Explosionen geben"

Oberharz am Brocken/Blankenburg - Wer am Samstag einen Ausflug in den Harz machen wollte, musste sich auf Verkehrseinschränkungen einrichten – die B27 war voll gesperrt. Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) waren dort im Einsatz, doch was war los?

An der B27 im Harz war am Samstag das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz, um 45 Bäume zu sprengen.
An der B27 im Harz war am Samstag das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz, um 45 Bäume zu sprengen.  © Matthias Strauß

Etliche Einsatzfahrzeuge stehen auf der Fahrbahn, Kameraden des THW sind im schneebedeckten Gelände unterwegs, die Bundesstraße ist für Autofahrer nicht passierbar. Denn zwischen den kleinen Orten Hüttenrode und Neuwerk sollen Dutzende Bäume gesprengt werden.

Die Aktion dient der Gefahrenabwehr, erläuterte Einsatzleiter Hans Odenbach vor Ort. Die teils von Sturmschäden, teils vom Borkenkäfer zerstörten Bäume müssen entfernt werden, weil sie sonst eine erhebliche Gefahr für die Menschen darstellen könnten.

Dabei gestalteten sich die Arbeiten teilweise gar nicht so einfach. Es handelt sich dort um äußerst unwegsames Gelände, es hat viel geschneit und ist daher glatt, unter dem Schnee verbirgt sich Totholz und Laub – man könne teilweise nicht sehen, wo man hintritt.

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Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn Ausflügler im Auto oder während einer Wanderung von unter der Last zusammenbrechenden Bäumen erfasst werden...

Laut Einsatzleiter Hans Odenbach war das dringend notwendig, um Gefahren abzuwenden, die unter durch unter der Schneelast zusammenbrechende Bäume entstehen können.
Laut Einsatzleiter Hans Odenbach war das dringend notwendig, um Gefahren abzuwenden, die unter durch unter der Schneelast zusammenbrechende Bäume entstehen können.  © Matthias Strauß
Dazu wurden Sprengladungen im Gelände angebracht.
Dazu wurden Sprengladungen im Gelände angebracht.  © Matthias Strauß

Bäume können für Bürger und Einsatzkräfte zur Gefahr werden

Die gesprengten Bäume wurden schließlich mit schwerer Forsttechnik abtransportiert.
Die gesprengten Bäume wurden schließlich mit schwerer Forsttechnik abtransportiert.  © Matthias Bein/dpa

Deshalb wurden seit dem Morgen Sprengladungen an den Bäumen angebracht und ab dem frühen Nachmittag ein Sperrkreis eingerichtet. Wenn das erledigt ist, werde anhand vier Zündungen gesprengt.

"Bei jeder Zündung wird es mehrere Explosionen geben, teilweise hörbar, teilweise eng zusammen, dass man es als einen Knall wahrnehmen wird", so Odenbach während der Vorbereitungen. Insgesamt sollten 45 Bäume entfernt werden.

Auch für Odenbach und seine Kollegen ist der Einsatz nicht ungefährlich. Bereits während den Vorbereitungen haben zwei Bäume Schnee- und Eismassen nicht mehr ausgehalten und sind weggebrochen. Deshalb: "Es ist dringend", betont der Einsatzleiter.

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Noch am Samstag wurde die gesprengten Bäume schließlich mit schwerem Forstgerät abtransportiert. Wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden, war zunächst unklar.

Originaltext von 16.17 Uhr, aktualisiert um 19.25 Uhr

Titelfoto: Bildmontage: Matthias Strauß

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