25-Jährige fährt im Suff zwei Kumpels tot, ihr Baby muss nun zur Oma

Löbau - Die Straße ein Trümmerfeld. Zwei Leben ausgelöscht. Polizei, Feuerwehr und Sanitätern bot sich seinerzeit ein grausames Bild in Löbau (Sachsen). Dort war nachts ein Audi A1 in einen Zaun am Industriegelände gerast (TAG24 berichtete). Sarah L. (25), die den Unfallwagen im Suff gesteuert hatte, kassierte nun vorm zuständigen Amtsrichter in Zittau zwei Jahre Haft!

Sarah L. (25) hat inzwischen einen Sohn (acht Monate). Das Baby lebt bei ihrer Mutter.
Sarah L. (25) hat inzwischen einen Sohn (acht Monate). Das Baby lebt bei ihrer Mutter.  © LausitzNews/Jens Kaczmarek

Die junge Frau jobbte damals auf dem Bau, verbrachte den Abend des 27. Dezember 2018 am Döner-Imbiss "Arena", wo sie zufällig ihren Kollegen Joseph (†53) traf.

Der wiederum trank dort mit seinen Verwandten Jan (†26) und Miroslaw (27).

Es gab reichlich Wodka-Cola. Die Feier sollte bei Joseph weitergehen. Der überließ seinen Leihwagen Sarah, alle andere stiegen mit ins Auto.

Sarah wohnte damals bei ihrer Mutter. Dort fuhr sie zunächst hin, um noch einige Sachen zu holen. "Ich wollte ja bei Joseph übernachten", so die junge Frau. Ihre Mutter habe nicht mitbekommen, dass ihre Tochter alkoholisiert war. "Sonst hätte sie die Polizei gerufen", war sich Sarah sicher, die sich wieder ans Steuer setzte.

Laut Gutachten raste sie mit über 100 km/h durch Löbau, verlor in der Kurve an der Beethovenstraße die Kontrolle, krachte in einen Zaun.

Während die Fahrerin und Miroslaw, der hinter ihr saß, nur Blessuren davontrugen, wurde die Beifahrerseite völlig zerfetzt. Joseph, und Jan hatten keine Chance.

Richter gibt Mitfahrern eine Mitschuld

Auf der gesamten Straße waren Trümmerteile verteilt.
Auf der gesamten Straße waren Trümmerteile verteilt.  © Lausitznews/Toni Lehder

"Es tut mir wirklich leid", sagte die Angeklagte, entschuldigte sich unter Tränen bei den Angehörigen der Opfer. "Ich kann mir nicht erklären, warum ich das gemacht habe." Eine Trinkerin sei sie nicht.

Der Richter konterte: "Sie hatten 1,69 Promille!" Personen mit vergleichbar zarter Statur würden da "liegen", so der Jurist.

Zwei Jahre soll die junge Mutter nun hinter Gitter, ihr Kind bleibt bei der Großmutter. Der Führerschein bleibt weitere 18 Monate gesperrt.

Und der Richter wandte sich auch an die Angehörigen und mahnte: "Wer mit dem Fahrer säuft und dann mit ihm mitfährt, trägt auch eine Mitschuld ..."

Zahlreiche Retter agierte an der Unfallstelle. Doch für zwei Insassen des A1 kam jede Hilfe zu spät.
Zahlreiche Retter agierte an der Unfallstelle. Doch für zwei Insassen des A1 kam jede Hilfe zu spät.  © Lausitznews/Toni Lehder

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: LausitzNews/Toni Lehder, LausitzNews/Jens Kaczmarek

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