Das Kornhaus auf der Meißner Albrechtsburg soll versteigert werden: Großer Streit um die Wiege Sachsens

Meißen - Das Kornhaus der Meißner Albrechtsburg ist vom Verfall bedroht. Nun fordern sowohl Linke als auch AfD: Der Freistaat soll seinen Geburtsort retten! Denn das geschichtsträchtige Gebäude ist zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben.

Das Meißner Kornhaus steht quasi auf dem Geburtsort Sachsens, liegt jedoch verwaist.
Das Meißner Kornhaus steht quasi auf dem Geburtsort Sachsens, liegt jedoch verwaist.  © Holm Helis

Das Kornhaus auf dem Burgberg steht seit fast 15 Jahren leer, am 4. Juli soll es am Amtsgericht Dresden zwangsversteigert werden. Dabei liegt es mitten in der "Wiege Sachsens", neben der prächtigen Albrechtsburg und dem Meißner Dom.

Die sächsischen Linken und die AfD fordern den Freistaat auf, das Kornhaus zu kaufen.

"Ein Ort wie die Albrechtsburg, die historisch sehr bedeutsam ist, gehört komplett in die öffentliche Hand", so der Linken-Landtagsabgeordnete Franz Sodann (48). "Der Freistaat muss jetzt die Chance nutzen."

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Ähnlich sieht das der AfD-Abgeordnete Thomas Kirste (44): "Mir blutet das Herz, wenn ich an das Kornhaus mit seinen Gewölben und neugotisch-geschwungenen Fenstern denke. Nun aber müssen wir die Krise als Chance begreifen."

Auch die Stadt Meißen hofft auf einen Neustart. "Das Gesamtobjekt im Burgareal wieder zu beleben ist sicherlich der Wunsch aller", teilt die Verwaltung mit.

Die Stadt hatte 2008 das Kornhaus an die italienisch-österreichische Venere GmbH verkauft, die ein Hotel daraus machen wollte. Das kam nie zustande. Der Eigentümer zahlte seine Grundsteuer und Rechnungen für Sicherungsarbeiten nicht, deswegen beantragte die Stadt die Zwangsversteigerung. Das Startgebot für das Gebäude mit 1785 Quadratmetern Nutzfläche liegt bei 370.000 Euro.

An den stilvollen Fenstern blättert die Farbe ab.
An den stilvollen Fenstern blättert die Farbe ab.  © Holm Helis
Der Zahn der Zeit nagt an dem historischen Gebäude.
Der Zahn der Zeit nagt an dem historischen Gebäude.  © Holm Helis
Das Kornhaus erhält nur noch die nötigsten Sicherungsarbeiten.
Das Kornhaus erhält nur noch die nötigsten Sicherungsarbeiten.  © Holm Helis

Sachsen will nicht zu viel für das Meißner Kornhaus zahlen

Die Landesregierung reagiert auf TAG24-Nachfrage zögerlich. Der Freistaat müsse "gute Gründe haben, um Liegenschaften durch Erwerb unter Einsatz von Mitteln der Steuerzahler in sein Eigentum zu übernehmen", teilen Regionalministerium und Finanzministerium mit.

Ein Kauf "ins Blaue hinein" komme nicht infrage. Auch wolle das Land keine unangemessenen Summen zahlen, die "das Spekulationsinteresse des bisherigen Eigentümers bedienen".

Titelfoto: Holm Helis

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