Erst Absage in Frankenberg, jetzt wackelt Aue: Ist der "Tag der Sachsen" am Ende?

Dresden/Aue-Bad Schlema - "Tag der Sachsen" ade? Nach der Absage von Frankenberg im vergangenen Jahr hat nun Aue-Bad Schlema für dieses Jahr finanzielle Schwierigkeiten bei der Organisation des größten sächsischen Volksfestes signalisiert. Auch Freital winkt ab.

2020 musste die Erzgebirgsstadt das Volksfest wegen Corona verschieben. Logo und Werbematerial gab's schon.
2020 musste die Erzgebirgsstadt das Volksfest wegen Corona verschieben. Logo und Werbematerial gab's schon.  © Screenshot

Aue-Bad Schlema (Erzgebirgskreis) soll das Fest eigentlich vom 1. bis 3. September ausrichten. Aber aktuell klafft im Budget eine Lücke von satten zwei Millionen Euro. Grund sind Teuerungen, bei den Bühnen zum Beispiel. Heute 380.000 Euro teuer, früher kostenlos, so die Stadt auf Facebook.

"Sollte ein Fest, das der Freistaat ausrichtet, nicht auch vollständig vom Freistaat bezahlt werden?", fragt der aus Aue stammende Fraktionsvorsitzende der Linken, Rico Gebhardt (59).

Zuvor hatte FDP-Landes-Vize Thomas Kunz vom Freistaat gefordert, das Konzept zu überarbeiten und einen Mehrwert für die Ausrichtergemeinden zu schaffen. Den sieht Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (64, parteilos) nicht. Eine erneute Bewerbung nach dem coronabedingten Aus vor zwei Jahren? - "Derzeit nicht denkbar."

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Ist das das Ende des beliebten Volksfestes? Landtagspräsident und Präsident des Kuratoriums "Tag der Sachsen", Matthias Rößler (68, CDU), gibt sich optimistisch. Allerdings sieht auch er Reformbedarf: "Zu diesem Zweck hat das Kuratorium bereits mehrere Arbeitsgruppen eingesetzt."

Aue will im September den "Tag der Sachsen" ausrichten. Aktuell fehlen aber rund zwei Millionen Euro in der Kasse.
Aue will im September den "Tag der Sachsen" ausrichten. Aktuell fehlen aber rund zwei Millionen Euro in der Kasse.  © Uwe Meinhold
Diesmal kommt der Steiger nicht: Bademädchen und Blaufarbenwerker sind die Symbolfiguren für den Tag der Sachsen im September in Aue.
Diesmal kommt der Steiger nicht: Bademädchen und Blaufarbenwerker sind die Symbolfiguren für den Tag der Sachsen im September in Aue.  © Aue-Bad Schlema/PR
Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt (59).
Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt (59).  © dpa/Sebastian Willnow
Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (64, parteilos).
Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (64, parteilos).  © Holm Helis
Aues Stadtsprecherin Jana Hecker (58).
Aues Stadtsprecherin Jana Hecker (58).  © Ralph Kunz
Der bisher letzte Tag der Sachsen fand 2019 in Riesa (Kreis Meißen) statt.
Der bisher letzte Tag der Sachsen fand 2019 in Riesa (Kreis Meißen) statt.  © dpa/Sebastian Kahnert

Eine von insgesamt vier dieser Arbeitsgruppen kümmert sich um die Schwerpunkte Finanzen, Ressourcen und Aufwand. Und was wird aus dem Fest in Aue-Bad Schlema im September? - "Wir sind gewillt, das hinzukriegen", sagt Stadtsprecherin Jana Hecker (58).

Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold, dpa/Sebastian Willnow

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