Erzgebirge: Vom entlaufenen Bullen fehlt noch immer jede Spur!

Oberwiesenthal - Der entflohene Bulle aus Hammerunterwiesenthal (Erzgebirge) ist noch nicht gefasst. Die Einheimischen vor Ort sind gelassen, aber auf der Hut. Ein Experte vermutet, dass sich das Rindvieh weiterhin in Deutschland aufhält.

Das 600 Kilogramm schwere "Simmentaler Fleckvieh" ist auf der Flucht. (Symbolfoto)
Das 600 Kilogramm schwere "Simmentaler Fleckvieh" ist auf der Flucht. (Symbolfoto)  © imago/imagebroker

"Angst haben wir nicht", berichten Ulf Trümper (69) und seine Frau Ilona (68). Beide machen Urlaub in Oberwiesenthal und hatten erst am Mittwoch durch TAG24 von dem entlaufenen Bullen gehört.

Anwohner Michael May (62) aus Hammerunterwiesenthal kann sich nicht erinnern, dass so eine Bullenjagd in seiner Heimat schon einmal vorgekommen sei.

Ein frei laufender 600-Kilo-Koloss am Fichtelberg - nein, alltäglich sei das nicht. Aber auch kein Grund, gleich in Panik zu verfallen.

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Für Manfred König (72) aus Oberwiesenthal ist der entlaufene Bulle ebenfalls eine Premiere. Allerdings würde er bei einer unmittelbaren Begegnung auf Nummer sicher gehen: "Ich würde mich erst mal defensiv verhalten. Man muss sehen, dass man ihn nicht reizt."

König würde versuchen, direkten Blickkontakt zu vermeiden. "Der rennt dich sonst mit seinen 600 Kilo um."

Manfred König (72) aus Oberwiesenthal ist wegen des Rindes auf der Hut.
Manfred König (72) aus Oberwiesenthal ist wegen des Rindes auf der Hut.  © Ralph Kunz
Noch reagiert man in Hammerunterwiesenthal wegen des entlaufenen Bullen entspannt.
Noch reagiert man in Hammerunterwiesenthal wegen des entlaufenen Bullen entspannt.  © Ralph Kunz
Der Bulle hatte sich von einer Weide aus dem Staub gemacht.
Der Bulle hatte sich von einer Weide aus dem Staub gemacht.  © Uwe Meinhold

Wo ist das entlaufene Tier?

Laut Stephanie Arnold (34) wird versucht, das Tier per Bahnpfeifen zu vertreiben, sollte es sich auf den Gleisen gemütlich machen.
Laut Stephanie Arnold (34) wird versucht, das Tier per Bahnpfeifen zu vertreiben, sollte es sich auf den Gleisen gemütlich machen.  © Christian Sacher / PR

Und falls der Bulle plötzlich an den Bahngleisen auftaucht?

Die Fichtelbergbahn hat eine klare Strategie: "Dann wird versucht, das Tier per Bahnpfeifen zu verscheuchen", so Marketing-Leiterin Stephanie Arnold. Sollte sich das Rind weiterhin nicht rühren, würde man Hilfe von Außen holen.

Von dem Rind selbst fehlt noch immer jede Spur. Johann Schäfer (33) vom Staatsbetrieb Sachsenforst (Revierleitung Oberwiesenthal) rät: "Wenn der Bulle gesehen wird, sollte sofort eine Meldung an die Polizei geschickt werden - mit Standort und Foto von dem Tier."

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Der Vermutung, das Rind könnte bereits nach Tschechien verduftet sein, erteilt er eine Absage. Die Grenze sei zu weit entfernt.

Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, IMAGO/imagebroker

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