Gebrandschatzt, zerschlagen, beschmiert: Immer wieder Anschläge auf sächsische Blitzer

Leipzig - In Sachsen häufen sich die Anschläge auf Verkehrsüberwachungsanlagen. Am Montag erwischte es einen Rotlicht-Blitzer in Leipzig, der lichterloh brannte.

Die Technik im "Starenkasten" ist nicht mehr zu retten - 60.000 Euro Schaden.
Die Technik im "Starenkasten" ist nicht mehr zu retten - 60.000 Euro Schaden.  © Ralf Seegers

Kurz vor 4 Uhr ging der Notruf bei der Polizei ein. Im Nordosten Leipzigs hatten Unbekannte einen Reifen über den Kreuzungsblitzer gestülpt und diesen dann angezündet. Die Technik brannte ab. Die Polizei gab den Schaden mit 60.000 Euro an.

Damit setzt sich die Reihe von Blitzer-Anschlägen fort. Allein in Leipzig wurden in diesem Jahr bereits sechs Überwachungsanlagen demoliert.

Vier Brandanschläge gab es dabei auf die drei neuen Enforcement Trailer ("Superblitzer"), die dabei schwer beschädigt wurden und teils monatelang nicht mehr einsetzbar waren. Die vielen Farbanschläge auf die Anlagen werden in der Messestadt gar nicht mehr statistisch erfasst.

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In Chemnitz wurden in diesem Jahr bereits fünf Blitzer angegriffen - zumeist mit Farbe. Im vergangenen Jahr wurden hier 14 Fälle aktenkundig. Auch auf dem Land toben sich Vandalen gern an der Verkehrsüberwachung aus. So wurde Mitte Oktober in Ebersbach ein Blitz-Anhänger mit Pyrotechnik gesprengt (Schaden: 35.000 Euro), in Kesselsdorf gab es kurz zuvor ein Farbanschlag auf solch einen Enforcement Trailer.

Im Landkreis Sächsische Schweiz wurde der mobile Superblitzer in den vergangenen drei Jahren sogar 22 Mal angegriffen.

Dieser Leipziger Kreuzungsblitzer wurde am Montagfrüh abgefackelt.
Dieser Leipziger Kreuzungsblitzer wurde am Montagfrüh abgefackelt.  © Ralf Seegers

Nur in der Landeshauptstadt scheint man mit der Verkehrsüberwachung zivilisierter umzugehen. Nach Auskunft aus dem Ordnungsamt gab es in diesem Jahr bislang keinen schweren Angriff auf Blitzer.

Titelfoto: Bildmontage: Ralf Seegers

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