Gottlose Grabräuber: Mannshohe Statue von Friedhof geklaut

Löbau - Nun hat es auch den Löbauer Friedhof getroffen: Konnte der Gottesacker der dortigen Kirchgemeinde bislang keinen ungebetenen Besuch verzeichnen, schlugen jetzt auch hier mutmaßliche Metalldiebe zu. Seitdem ist eine mehr als hundert Jahre alte Statue von einem Grab verschwunden.

Friedhofsmeister Thomas Kern (52) ärgert sich über den dreisten Klau.
Friedhofsmeister Thomas Kern (52) ärgert sich über den dreisten Klau.  © Steffen Füssel

"Das ist einfach nur eine bodenlose Frechheit", sagt Friedhofsmeister Thomas Kern (52). "Wir haben das erst so gegen Mittag gemerkt, weil das Komposttor geknackt wurde." Außerdem war der Zaun gleich an zwei Stellen aufgebrochen und zerschnitten.

"Wir haben uns umgesehen und dann festgestellt, dass die Statue fehlt." Seit über hundert Jahren stand die Figur einer Trauernden schon auf dem Grab, gepflegt wird es noch immer.

"Bei der Statue handelt es sich um eine Galvanoplastik", so der Friedhofsmeister. "Diese sind innen hohl." So erklärt sich, wie die Friedhofseinbrecher die imposante, 1,80 Meter große Statue aus Bronze wegschleppen konnten.

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Die Polizei gibt deren Gewicht mit 40 Kilo an. Den Materialwert schätzen die Ermittler auf 1000 Euro.

"Die Frage ist allerdings, wie hoch der Wiederbeschaffungswert ist", so Thomas Kern. "Der dürfte um einiges höher liegen, lässt sich aber nur schwer schätzen." Dazu kommt noch der ideelle Wert besonders für die Hinterbliebenen, der nicht zu beziffern ist.

Diese lebensgroße Statue stahlen Grabräuber vom historischen Gottesacker.
Diese lebensgroße Statue stahlen Grabräuber vom historischen Gottesacker.  © privat
Bisher hatte der Löbauer Friedhof nicht mit Dieben zu kämpfen.
Bisher hatte der Löbauer Friedhof nicht mit Dieben zu kämpfen.  © Steffen Füssel

Angst vor weiteren Einbrüchen hat der Löbauer Friedhof jedoch nicht. Es gibt schlicht keine weiteren Statuen dieser Art.

Titelfoto: Steffen Füssel

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