Heimische Rohstoffe: Plötzlich immer wichtiger

Mügeln - Kaolin ist begehrt. Der Rohstoff wird vor allem in der Porzellan- und Keramikherstellung eingesetzt, aber auch in der Kosmetik oder in der Papier- und Farbenproduktion. In Sachsen wird das Lockergestein in größerem Maßstab in Kemmlitz bei Mügeln (Nordsachsen) gewonnen.

René Zwetkoff (49) fährt die Schaufelradbagger im Kaolin-Tagebau bei Mügeln. Die Bagger des Typs SR 130 stammen noch aus DDR-Zeiten. Insgesamt sind dort vier der Bagger im Einsatz.
René Zwetkoff (49) fährt die Schaufelradbagger im Kaolin-Tagebau bei Mügeln. Die Bagger des Typs SR 130 stammen noch aus DDR-Zeiten. Insgesamt sind dort vier der Bagger im Einsatz.  © Thomas Türpe

Der Tagebau erstreckt sich 600 Meter in ost-westlicher Richtung, 800 Meter sind es von Nord nach Süd. "Ein Schuhkarton im Vergleich zur Braunkohle", sagt Werksleiter Thomas Wegner (52).

Jährlich werden hier von insgesamt 87 Mitarbeitern bis zu 420.000 Tonnen Rohkaolin abgebaut, ganz in der Nähe aufbereitet und weiterverarbeitet. Im Tagebau sind es nur zwei.

Ein Drittel der Produktion geht an deutsche Abnehmer, der große Rest in die ganze Welt. "Nach Italien, die Türkei, Spanien, aber auch nach Bangladesch, Ägypten oder Thailand", so Thomas Wegner.

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Zu den deutschen Kunden zählen beispielsweise Villeroy & Boch oder Seltmann Weiden.

Der Krieg in der Ukraine habe zu einer stärkeren Nachfrage des sächsischen Kaolins geführt, erklärte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (48, SPD) bei einem Vorortbesuch in der vergangenen Woche.

"Wir wollen das Bewusstsein für heimische Rohstoffe stärken, weil wir hier in der Hand haben, unter welchen Bedingungen das geschieht."

Titelfoto: Thomas Türpe

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