Hierher kamen "ungezogene" Heimkinder: Gedenkstätte in Sachsen erinnert an DDR-Repression

Torgau - Die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau im Landkreis Nordsachsen erinnert am Mittwoch digital an das repressive Heimerziehungssystem der DDR.

Die Gedenkstätte befindet sich seit 1998 im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Geschlossenen Jugendwerkhofs in Torgau, in dem zwischen 1964 und 1989 Tausende Jugendliche untergebracht und oft auch misshandelt worden sind. (Archivbild)
Die Gedenkstätte befindet sich seit 1998 im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Geschlossenen Jugendwerkhofs in Torgau, in dem zwischen 1964 und 1989 Tausende Jugendliche untergebracht und oft auch misshandelt worden sind. (Archivbild)  © Peter Endig dpa/lbn/lsn

Am 17. November 1989 war der letzte Jugendliche aus der Einrichtung in der Elbestadt entlassen worden.

In dem "digitalen Erinnerungsmoment" werden die letzten Tage des Jugendwerkhofs in Torgau nachgezeichnet, und Betroffene und Besucher der Gedenkstätte kommen zu Wort.

Auch die Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke (59), beteiligt sich mit einer Videobotschaft.

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In der DDR wurden viele Tausend junge Menschen in Umerziehungsheime gesteckt. Allein rund 4000 zwischen 14 und 20 Jahren kamen zwischen 1964 und 1989 nach Torgau in den einzigen Geschlossenen Jugendwerkhof der DDR.

Für viele Betroffene bleibe eine angemessene Anerkennung und Rehabilitierung schwierig, hieß es.

Wenn nicht gerade coronabedingt digitale Veranstaltungen stattfinden, kann man die Zellen von damals heute noch besichtigen.
Wenn nicht gerade coronabedingt digitale Veranstaltungen stattfinden, kann man die Zellen von damals heute noch besichtigen.  © Peter Endig dpa/lbn/lsn

Die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Jugendwerkhofs wurde 1998 eröffnet – die Dauerausstellung "Ich bin als Mensch geboren und will als Mensch hier raus: Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau im Erziehungssystem der DDR" gibt es seit November 2009. Bis heute können beispielsweise Dunkelarrestzellen besichtigt werden.

Titelfoto: Bildmontage / Peter Endig dpa/lbn/lsn

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