Helfer in der Ukraine schlagen Alarm: "Spendeneingang komplett eingesackt!"

Leipzig - Knapp ein Jahr nach Beginn des Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine sind viele Geflüchtete in den Großstädten gestrandet und auf Hilfe angewiesen. Hilfsorganisationen wie "Mission Lifeline" sind vor Ort und auf Spenden angewiesen - doch diese werden langsam knapp.

Helfer von "Mission Lifeline" laden Güter aus. Diese sind durch Spendengeldern finanziert.
Helfer von "Mission Lifeline" laden Güter aus. Diese sind durch Spendengeldern finanziert.  © MDR/Hermine Poschmann

In der aktuellen Doku von "MDR exactly" schildert Hermine Poschmann von "Mission Lifeline" die aktuelle Situation.

"Wir sind damals am zweiten Tag nach Kriegsbeginn an die slowakische Grenzen gefahren und haben die Menschen mit Spenden und Lebensmitteln unterstützt. Das ging medial durch die Decke und es gingen sehr viele Spenden in den ersten Wochen ein. Danach ist der Spendeneingang wieder komplett eingesackt, wie bei vielen Projekten der humanitären Hilfe", so die Aktivistin.

Den Zahlen von "Mission Lifeline" nach wurden 2022 knapp 850 Millionen Euro von privaten Haushalten in Deutschland an Hilfsprojekte in der Ukraine gesendet. Den Peak hatte die Spendenbereitschaft kurz nach Beginn des Krieges.

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"Dafür sind wir auch sehr dankbar. Von den Spendengeldern zu Beginn leben wir auch jetzt noch und sind circa fünf bis sechs weitere Monate abgesichert. Natürlich hoffen wir aber auch, dass es weiterhin Dauerspenden gibt, die uns langfristig unterstützten", hofft Proschmann.

"Mission Lifeline" auf Versorgungsrundgängen

Unter den Geflüchteten sind viele Kinder. Über spezielle Spenden, wie zum Beispiel Seifenblasen, freuen sich einige ganz besonders.
Unter den Geflüchteten sind viele Kinder. Über spezielle Spenden, wie zum Beispiel Seifenblasen, freuen sich einige ganz besonders.  © MDR/Hermine Poschmann

Zu tun gibt es auf jeden Fall genug: Das Team von "MDR exactly" begleitete beispielsweise einige Helfer von "Mission Lifeline" bei ihrer Arbeit in einem Hotel in Odessa.

Dort sind bis zu 100 Geflüchtete aus verschiedenen Gebieten der Ukraine untergebracht und werden zweimal am Tag mit Essen versorgt, bevor sie sich entweder eine eigene Wohnung in Odessa nehmen oder weiterziehen.

Hier werden mit den Spenden der Menschen aus Deutschland auch Versorgungskisten mit Lebens- und Hygienemitteln gepackt und an dezentral untergebrachte Geflüchtete verteilt.

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Mit welchen Schicksalen das "MDR exactly"-Team auf seinem Rundgang in Odessa konfrontiert wird und wo genau die Spenden am meisten gebraucht werden, seht Ihr in der kompletten Doku in der MDR-Mediathek.

Titelfoto: MDR/Hermine Poschmann

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