Historiker machen sich schon jetzt Gedanken: Was bleibt vom Bergbauland Sachsen übrig?

Leipzig - Wohin mit Schaufelradbaggern, Förderbändern oder Kohleloren, wenn die Braunkohle als Energieträger ausgedient hat? Schon heute machen sich Historiker Gedanken über die Frage: "Kann das weg oder ist das Industriekultur?"

Ist das "Industriekultur" oder kann das weg? - Diese Frage stellt sich spätestens nach dem Aus für die Braunkohle.
Ist das "Industriekultur" oder kann das weg? - Diese Frage stellt sich spätestens nach dem Aus für die Braunkohle.  © dpa/Jan Woitas

Während in Dresden und Berlin noch darüber gestritten wird, ob das Ende der Braunkohleverstromung auch im Osten Deutschlands auf 2030 vorgezogen werden soll, sind Denkmalpfleger, Archäologen, Architekten, Geografen sowie Kultur- und Kunsthistoriker schon weiter.

Seit zwei Jahren erfassen 25 Fachleute in Sachsen und den anderen betroffenen Bundesländern gezielt aktuelle und künftige Zeugnisse der Kohle- und Energieindustrie in den Revieren.

Nun trafen sich die Akteure zu einem Kolloquium in Böhlen bei Leipzig. "Das, was hier erforscht wird, ist Teil unseres umfangreichen industriekulturellen Erbes, auf das wir zu Recht stolz sein können", sagte Thomas Schmidt (62, CDU), Fachminister für Denkmalschutz und Strukturentwicklung in Sachsen. Es müsse erforscht und in seinen repräsentativen Teilen erhalten werden.

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Aber wie? In der Energiefabrik Knappenrode (bei Hoyerswerda) könnte ein Archiv entstehen, das Unterlagen von Bergmanns- und Traditionsvereinen bewahrt.

Über das Bundesförderprogramm InKult sollen die wichtigsten baulichen Objekte erhalten werden. Ab Herbst soll die öffentliche Datenbank www.kuladig.de mit etwa 12.000 dokumentierten Zeugnissen online gehen.

In der Energiefabrik Knappenrode soll ein Archiv entstehen, das auch Unterlagen der Bergmanns- und Traditionsvereine bewahren soll.
In der Energiefabrik Knappenrode soll ein Archiv entstehen, das auch Unterlagen der Bergmanns- und Traditionsvereine bewahren soll.  © Norbert Neumann

Und damit das Ganze nicht zum akademischen Selbstzweck wird, brauche es Vermittlung, hieß es - etwa über die Schulen oder touristische Rad- und Wanderwege. Bleibt nur noch die Frage, wann in Sachsen tatsächlich Schluss ist mit der Braunkohle ...

Titelfoto: dpa/Jan Woitas

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