Nächster Badeunfall in Sachsen! DLRG warnt: So riskant sind Baggerseen

Görlitz - Gleich fünf Menschen in Sachsen bezahlten das Bad am Wochenende mit ihrem Leben, doch am Montag gab es wieder tragische Unfälle am Wasser. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt: Oft wird die Gefahr unterschätzt.

Auf dem Steg am Berzdorfer See musste der junge Pole (19) wieder belebt werden.
Auf dem Steg am Berzdorfer See musste der junge Pole (19) wieder belebt werden.  © Danilo Dittrich

Ein kurzer Sprung vom Steg auf einen Ponton hatte fatale Folgen für einen jungen Polen.

Plötzlich trieb er hilflos an der "Blauen Lagune" des Berzdorfer Sees südlich von Görlitz.

Die Rettungskräfte rückten an, reanimierten den Verunglückten, ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus.

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Ob er den Unfall überleben wird, war noch unklar. Die Kripo ermittelt, was nun dort genau geschah.

Oft nehmen Badefreunde die Gefahr der Gewässer auf die leichte Schulter: "Bei vielen Unfällen lag es am jugendlichen Leichtsinn oder daran, dass die Opfer die Kraft der Gewässer unterschätzten", sagt Sebastian Knabe (29), Landesgeschäftsführer der DLRG in Sachsen.

DLRG-Chef Sebastian Knabe (29) warnt davor, die Abkühlung zu unterschätzen.
DLRG-Chef Sebastian Knabe (29) warnt davor, die Abkühlung zu unterschätzen.  © Thomas Türpe

Vorsicht beim Baden! Zu schnell ins kühle Nass hüpfen, kann gefährlich sein

Nach dem Unfall am Berzdorfer See nahm die Kripo sofort die Ermittlungen auf.
Nach dem Unfall am Berzdorfer See nahm die Kripo sofort die Ermittlungen auf.  © Danilo Dittrich

"So kann es zu einem Temperaturschock bis hin zum Herzversagen kommen, wenn man sich vor dem Eintauchen nicht erst mal Brust und Rücken benetzt", so Knabe.

Besonders wenn man gerade durch die Hitze zum See geradelt ist, kann der Sprung ins kühle Nass üble Folgen haben.

Der wiederum kommt bei Kiesgruben oft unerwartet, da durch Abbruchkanten hier plötzlich tiefe Stelle lauern. "Bei ehemaligen Kiesgruben ist auch der Boden nicht verdichtet", so Knabe. "Hier kann es zu Verrutschungen und entsprechenden Strudeln kommen."

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Viele Schwimmer schätzen auch ihre Leistungsfähigkeit falsch ein oder eben in Flüssen oder im Meer die Strömungen.

Titelfoto: Danilo Dittrich

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