Peinlich! Viel zu wenig Erzieher in den Kitas – Sachsen (fast) Schlusslicht

Dresden - Vorletzter Platz: Die sächsischen Kitas kommen in einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung schlecht weg. Zwar stimmt das Platzangebot, haken tut's aber beim Personalschlüssel.

Schon vor Monaten haben Erzieherinnen und Erzieher – unter anderem in Dresden – gegen die schlechten Personalbedingungen in den Kitas protestiert.
Schon vor Monaten haben Erzieherinnen und Erzieher – unter anderem in Dresden – gegen die schlechten Personalbedingungen in den Kitas protestiert.  © picture alliance/dpa/Moritz Frankenberg

Die gute Nachricht zuerst: In Sachsen gibt es genügend Kita-Plätze, um die Nachfrage der Eltern zu decken – für das nächste Jahr rund 184.000 Plätze.

Aber: Im Freistaat werden 93 Prozent der Kita-Kinder in Gruppen mit einer Personalausstattung betreut, die nicht kindgerecht ist, urteilen die Autoren der Studie. Das sei bundesweit der zweithöchste Anteil. Der Personalschlüssel liegt damit auch deutlich unter dem Bundeswert.

Die Lage im Einzelnen: In Krippen hat sich der Personalschlüssel seit 2014 zwar verbessert (1 zu 5,3). "Aber eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft ist damit immer noch für mehr als zwei ganztagsbetreute Kinder mehr zuständig, als die Bertelsmann Stiftung empfiehlt (1 zu 3)."

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In den Kindergärten betreut eine Erzieherin rein rechnerisch 11,4 Kinder. Der Bundeswert ist mit 1 zu 8,4 deutlich besser.

Um einen Personalschlüssel zu erreichen, der wissenschaftlichen Empfehlungen entspricht, müssten in Sachsen zusätzlich 20.800 Fachkräfte eingestellt werden – für schlappe 1 Mrd. Euro pro Jahr, heißt es in der Studie.

Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz (47, CDU) weiß, dass es kaum möglich ist, genügend Erzieher zu finden.
Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz (47, CDU) weiß, dass es kaum möglich ist, genügend Erzieher zu finden.  © Ove Landgraf

"Völlig überzogen und an der Realität vorbei", findet Kultusminister Christian Piwarz (47, CDU). Ihn dürften die schlechten Noten für Sachsen wurmen. Aber nicht nur das. "Die zusätzlichen Personalvorstellungen sind angesichts des allgemeinen Fachkräftemangels in ganz Deutschland illusorisch."

Titelfoto: picture alliance/dpa/Moritz Frankenberg

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