Sachsens Polizei fährt jetzt unter Strom, hat aber keine Ladesäulen

Dresden - Unter Strom auf Streife: Sachsens Polizei testet jetzt E-Autos von VW. Es sind deutschlandweit die ersten elektrischen Streifenwagen. Der Haken: Die Ladesäulen der Polizei sind zu schwach, die Beamten müssen künftig an öffentlichen Stationen Strom tanken.

Stecker statt Zapfhahn: Die Dresdner Polizei erprobt den elektrischen Streifenwagen.
Stecker statt Zapfhahn: Die Dresdner Polizei erprobt den elektrischen Streifenwagen.  © Thomas Türpe

Zwei nagelneue Autos rollten am Freitag in den Fuhrpark des Reviers Dresden-Mitte. Die Anfahrt war nicht weit: Sie kamen aus dem VW-Werk in St. Egidien bei Zwickau.

"Ich bin echt gespannt auf das Ergebnis", sagte Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa (58). Denn ein Jahr lang werden die Dresdner Beamten die beiden elektrischen Autos im täglichen Einsatz erproben.

Vollelektrisch fährt der "ID.4": 205 PS starker Motor, 77 Kilowattstunden starke Batterie, Maschinenpistole im Kofferraum. Ein voller Akku reicht für 450 Kilometer.

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Nur hat die Dresdner Polizei keine geeigneten Ladesäulen, wie Polizei-Sprecher Thomas Geithner (47) einräumt. Der Streifenwagen muss sich künftig mit privaten E-Auto-Fahrern die öffentlichen Stationen teilen.

E-Streifenwagen sei "ein wunderbarer Ansatz für die Zukunft"

Bei einer Schnell-Ladestation dauere das Volltanken 35 bis 45 Minuten, so Peter Renner (50) von VW Sachsen. Für den Streifendienst in der Stadt sei der "ID.4" bestens geeignet.

Eine Verfolgungsjagd auf der Autobahn hingegen könnte schwierig werden - die Höchstgeschwindigkeit liege bei 160 km/h. Flotter unterwegs ist der zweite Neuzugang, ein Passat GTE Variant. Er schafft 220 km/h, ähnlich wie gewöhnliche Streifenwagen.

Allerdings ist der Passat ein Hybrid-Modell - ganz ohne Benzin würde er nur etwa 60 Kilometer weit kommen. Landespolizeipräsident Kubiessa sieht im elektrischen Streifenwagen "einen wunderbaren Ansatz für die Zukunft".

Titelfoto: Thomas Türpe

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