Sexismus-Affäre: Sachsens FDP kommt nicht zur Ruhe

Dresden - In der Sexismus-Affäre um den zurückgetretenen FDP-Vize-Landeschef Tino Günther (59) werden immer mehr Details bekannt. Auf eine juristische Klärung will die FDP-Landesvorsitzende Anita Maaß (46) offenbar verzichten.

Anita Maaß (46), Lommatzscher Bürgermeisterin und FDP-Landeschefin.
Anita Maaß (46), Lommatzscher Bürgermeisterin und FDP-Landeschefin.  © jmfoto/Jürgen Männel

Der Landesverband hat nach TAG24-Information bislang keine Anstrengungen unternommen, juristisch prüfen zu lassen, ob es sich bei dem sexuellen Übergriff um eine Straftat handelt.

Bestätigen wollte die FDP-Geschäftsstelle die Information am Montag nicht. Günther hatte einer Parteikollegin Anfang Juli bei einer Veranstaltung ans Gesäß gefasst. Landeschefin Maaß soll in der außerordentlichen Sitzung des Landesvorstands am vorvergangenen Freitag auf den mutmaßlichen Straftatbestand ausdrücklich hingewiesen worden sein, wie TAG24 erfuhr.

Passiert ist in dieser Hinsicht allerdings nichts.

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Seit 2016 sind laut §184i Strafgesetzbuch nicht nur sexueller Missbrauch und sexuelle Nötigung strafbar, sondern auch die sexuelle Belästigung. Der von dem Übergriff Betroffene* (39) soll keine Strafanzeige erstattet haben, wie "Bild" berichtete. Die sächsische FDP ist nach dem Vorfall offenbar gespalten.

Während sich einige Mitglieder immer deutlicher auf die Seite der Parteichefin schlagen, sagen andere ganz klar: "Der eigentliche Skandal ist, wie der Landesvorstand mit der Affäre umgeht."

*Name der Redaktion bekannt

Titelfoto: jmfoto/Jürgen Männel

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