Winke, winke! Steinmeiers Amtssitz ist jetzt im Erzgebirge

Freiberg - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66) hat für drei Tage seinen Amtssitz nach Freiberg verlegt. Am gestrigen Dienstag reiste er mit der Regionalbahn an und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) zusammen mit Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (49, parteilos) am Eingang des Rathauses. Mitglieder der Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft bereiteten dem Staatsoberhaupt einen würdigen Empfang.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) zusammen mit Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (49, parteilos) am Eingang des Rathauses. Mitglieder der Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft bereiteten dem Staatsoberhaupt einen würdigen Empfang.  © Kristin Schmidt

In Sachsen möchte das Staatsoberhaupt vor allem mit Menschen ins Gespräch kommen.

"Schön habt ihr es hier", ruft er einem älteren Paar zu, das ihm auf seinem Spaziergang vom Bahnhof in die Altstadt freundlich grüßt. Immer wieder zücken Passanten ihre Handys für ein Foto, bei einer Gruppe Erstklässler erkundigt sich Steinmeier nach deren Weihnachtswünschen, bis die Lehrerin drängelt: "Wir müssen weiter zu unserem Bus."

Als Steinmeier am Rathaus von der Berg- und Hüttenknappschaft der Stadt mit einem "Glück auf!" von einer Bergknappschaft begrüßt wird, ist kurz ein "Buh"-Ruf aus der Zuschauermenge zu hören, eine Frau ruft "Hau ab!".

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Das bleibt nicht verborgen.

"Über Protestkultur und die Art und Weise, wie man protestiert, werden wir uns unterhalten müssen", betont er auf den Stufen des Rathauses, vor dem derzeit der "Christmarkt" samt großer Pyramide nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen anlockt.

Statt im Berliner Schloss Bellevue residiert der Bundespräsident bis morgen im Hotel Freyhof nahe dem Dom St. Marien und Schloss Freudenstein. Sein erster Tag im Erzgebirge stand im Zeichen des Austausches mit Stadträten und Bürgermeistern der Region.

Steinmeier trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Er verlegt im Rahmen des Formats "Ortszeit Deutschland" seinen Amtssitz für drei Tage nach Freiberg.
Steinmeier trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Er verlegt im Rahmen des Formats "Ortszeit Deutschland" seinen Amtssitz für drei Tage nach Freiberg.  © dpa/Sebastian Kahnert
Der Bundespräsident bei seiner Ankunft am Bahnhof in Freiberg.
Der Bundespräsident bei seiner Ankunft am Bahnhof in Freiberg.  © dpa/Sebastian Kahnert
Steinmeier bekam auf dem Weihnachtsmarkt von Schülern Kaffee aus Nepal und einen Kalender geschenkt.
Steinmeier bekam auf dem Weihnachtsmarkt von Schülern Kaffee aus Nepal und einen Kalender geschenkt.  © dpa/Sebastian Kahnert

Freibergs OB Sven Krüger (49, parteilos) packte drängende Probleme auf den Tisch - die verlässliche und bezahlbare Energieversorgung für die Stadt. Krüger: "Freiberg ist eine Stadt, die hungrig nach Gas ist." Das betreffe auch die Halbleiterindustrie vor Ort. Heute wird das Staatsoberhaupt Freiberger Hightech-Schmieden besuchen und mit deren Belegschaften sprechen sowie mit Studierenden und Bürgern.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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