Du hättest niemals gedacht, dass diese Gegenstände Plastik enthalten

Von Gina Gadis

Welt - Kaum ein Material hat sich so sehr in unserem Alltag etabliert wie Plastik. Es ist eine regelrechte Herausforderung Gegenstände im Haushalt zu finden, die nicht Kunststoff enthalten. Das billige und vielseitig einsetzbare Material gerät aber immer mehr in Verruf, da es sich oftmals nur schwer recyceln lässt und sich schädlich auf Umwelt und Gesundheit auswirkt.

Namen für synthetische Chemiefasern aus Kunststoff.
Namen für synthetische Chemiefasern aus Kunststoff.  © Codecheck

Höchste Zeit Plastik durch die bereits vorhandenen, nachhaltigen und umweltfreundlicheren Alternativen zu ersetzen. Doch bevor wir damit anfangen, sollten wir uns erstmal bewusst machen, wo überall Plastik drinnen steckt. Denn viel zu häufig ist das garnicht so leicht zu erkennen.

KLAMOTTEN

Polyester, Elasthan, Fleece, Lycra, Polyacryl, Polyamid, Viskose, Nylon und viele andere Kunststoffe machen unsere Klamotten besonders flexibel. Ganze 35 Prozent des Mikroplastiks im Meer kommt von synthetischer Kleidung. Denn die Kunststofffasern brechen bei jedem Waschgang ab und werden in unser Grundwasser gespült. Alleine in Berlin entspricht diese Menge ungefähr 500.000 Plastiktüten pro Tag. Ausschließlich Sachen aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Seide, Hanf und andere Pflanzenfasern enthalten keine Plastik.

ZIGARETTENFILTER

Das Nikotin schlecht für die Gesundheit ist, ist allseits bekannt, doch dass die Filter Plastik enthalten und wir diese quasi mitrauchen ist vielen nicht bewusst. Zigaretten sind nicht nur ungesund für den Menschen sondern auch extrem umweltschädlich. Ein Zigarettenstummel alleine vergiftet 40l Grundwasser. Wenn man sich jetzt überlegt, dass jährlich 4,5 Billionen, also ungefähr drei Viertel aller Zigaretten weggeschnippt werden, wird einem nur noch schlecht.

KAUGUMMIS

Traurig aber wahr. Damit der Kaugummi so flexibel ist, wird gewöhnlich Kunststoff beigemengt. Man kaut also wahrhaftig Plastik. Gott sei Dank gibt es mittlerweile schon Bioalternativen.

TOILETTENPAPIER

Nicht nur die Verpackung außer drumrum ist aus Plastik, sondern auch das Papier selbst enthält nicht selten Kunststoffpartikel.

Diese Kunststoffe findet man häufig in Kosmetikprodukten
Diese Kunststoffe findet man häufig in Kosmetikprodukten  © Greenpeace

KOSMETIK

Peelings, Bodylotion, Duschgel, Handseifen, selbst Baby-Shampoos und andere Badezimmerartikel enthalten oft Mikroplastik (winzige Plastikpartikel). Dort werden sie als Schleifmittel z.B. in Peelings oder als Bindemittel wie im Lippenstift, Lidschatten, Mascara oder Puder eingesetzt. Auch Deos, Nagellack, Feuchttücher und Sonnencreme enthalten Kunststoff. Das Schlimme daran? Wir spülen die Mikroplastikpartikel literweise den Abfluss herunter. Doch kaum eine Kläranlage ist in der Lage die kleinen Partikel ausreichend rauszufiltern und so gelangen sie direkt in unser Grundwasser und ins Meer.

Wer also genau wissen möchte welche Produkte von welchen Marken betroffen sind, schaut mal beim Bund. L’Oreal, Balea, Nivea, Bebe, Dove, usw. die Liste ist lang.

REINIGUNGSMITTEL

Ob im herkömmlichen Putzmittel oder im Waschmittel, zum Reinigen werden häufig flüssige Polymere eingesetzt. Und auch hier haben wir wieder das Problem, dass das Abwasser nicht ausreichend gefiltert wird und somit die Mikroplastik in unsere Umwelt gelangt.

TAMPONS UND BINDEN

Bei Binden ist der Plastikbestandteil klar erkennbar, doch bei Tampons besteht nicht nur das Bändchen, sondern auch die Beschichtung aus Kunststoff. Somit können die Giftstoffe direkt an die empfindlichsten Stellen geraten. Viele der herkömmlichen Damenhygieneartikel werden zudem aus genmanipulierter und mit Pestiziden versetzter Baumwolle hergestellt.

KASSENZETTEL

Unsere Kassenbons bestehen aus kunststoffhaltigen Thermopapier, weswegen sie auch nicht ins Altpapier gehören, sondern in den Restmüll. Oft enthalten sie die gefährliche Chemikalie Bisphenol A, welche erst ab 2020 EU-weit verboten wird.

KAFFEE- UND TEEFILTER

Auch hier soll die Reisfestigkeit des Filterpapiers durch Kunstoff gesichert werden und macht das Material meistens nicht biologisch abbaubar.

KONSERVENDOSEN

Nein auch die sind leider nicht nur aus Aluminium, sondern haben innen eine Kunststoffbeschichtung, damit das Metall nicht angegriffen wird.

Der Reifenabrieb sorgt für besonders viel Mikroplastik in unserer Umwelt (Symbolfoto).
Der Reifenabrieb sorgt für besonders viel Mikroplastik in unserer Umwelt (Symbolfoto).  © 123RF

TAFELSALZ

In 90 Prozent des weltweiten Tafelsalzes ist Plastik vorhanden. Natürlich steht das in direkter Verbindung mit der Plastikverschmutzung der Ozeane.

MINERALWASSER

Fast in allen Mineralwassern, welche in Plastikflaschen abgefüllt sind, konnten Mikroplastikpartikel festgestellt werden. Diese gehen von Flasche und Deckel auf das Wasser über. Aber nicht nur aus diesem Grund solltest du auf Leitungswasser umsteigen, mehr dazu hier.

REIFEN

Der Reifenabrieb von Autos, LKWs, Motorrädern, etc. sorgt für einen Großteil der Mikroplastikbelastung in unserer Umwelt. Denn auch diese enthalten jede Menge Kunststoff.

COFFEE-TO-GO-BECHER

Nicht nur der Deckel, der offensichtlich aus Plastik besteht, sondern auch die Innenbeschichtung und der Klebstoff, der die Pappe zusammenhält enthält Kunststoff.

LEBENSMITTELKARTONS

Dünne Kunststoffschichten sollen die scheinbaren Pappverpackungen von Tetrapacks und Tiefkühlware wie Fischstäbchen oder Spinat vor dem Durchweichen bewahren. Solche schwer recyclebaren Verbundstoffe werden fälschlicherweise oft im Altpapier entsorgt und nicht in den Gelben Sack geworfen.

Noch mehr verstecktes Plastik findet ihr hier.

Um beim Einkauf auf Mikroplastik zu verzichten, empfehle ich die Apps „Codecheck“ und „Beat the Microbead“. Einfach den Barcode mit der App einscannen und man erhält die erforderlichen Informationen über bedenkliche Inhaltsstoffe.

Wie bereits gesagt lassen sich (fast) all diese Artikel aus Plastik durch nachhaltige Alternativen ersetzen. Dazu aber mehr in den folgenden Artikeln.

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