Von Christian Rothenberg und Alina Eultgem
Düsseldorf - Galeria verschafft sich Luft: Die angeschlagene Warenhauskette erhält eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro.
Das sagte eine Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Düsseldorf. Nach dpa-Informationen sind zugleich weitere Filialschließungen vorgesehen.
Die Kreditlinie stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit, abgesichert durch die Warenbestände von Galeria. Die Verhandlungen liefen über Wochen.
Grundlage war ein Gutachten der Unternehmensberatung AlixPartners zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns.
Das Geld ist an einen Sanierungsplan über drei Jahre gekoppelt. Galeria will dabei prüfen, welche Standorte noch rentabel sind, und gleichzeitig mit Vermietern über niedrigere Mieten und flexiblere Verträge verhandeln.
"Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein", sagt Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Als Grund nennt das Unternehmen weiter das schwache Konsumklima.
Offene Mieten sorgen weiter für Streit mit Vermietern
Ein Teil des Kredits soll zunächst genutzt werden, um einen bestehenden Kredit von rund 80 Millionen Euro abzulösen. Außerdem müssen offene Mietzahlungen beglichen werden.
Einige Vermieter berichten bereits von Ausgleichszahlungen, anderswo sollen jedoch noch bis zu zwei Monatsmieten offen sein.
Auch für die nächste Saison wird Geld benötigt, um neue Ware für Herbst und Winter zu bestellen. Parallel versucht Galeria, mit Rabattaktionen die Umsätze zu steigern.
Schon jetzt ist klar: Weitere Schließungen könnten teuer werden - mit Abfindungen, Sozialplänen und Entschädigungen für Vermieter. Bereits im März hatte Galeria angekündigt, mehrere Mietverträge neu zu verhandeln, Schließungen waren damals schon nicht ausgeschlossen.
Für die rund 12.000 Beschäftigten bleibt die Lage angespannt. Anfang 2024 hatte das Unternehmen zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. Seitdem wurden bereits mehrere Standorte geschlossen.