Dresden - Alles feine Sahne? Der Milchindustrie-Verband (MIV) traf sich in Dresden zur Jahrestagung. Seine Bilanz fiel gemischt aus. Der Absatz ist gut, die erzielten Preise sind es nicht. Das setzt die Molkereien und vor allem die Erzeuger unter Druck.
2025 war für die Branche besonders: Man registrierte in Deutschland die zweithöchste jemals erzeugte Milchmenge. Gleichzeitig hoben die Preise ab.
Die deutschen Molkereien zahlten mit über 52 Cent pro Kilogramm den durchschnittlich zweithöchsten Milchpreis jemals.
Angebot und Nachfrage bestimmen auch den Milch-Markt: Danach fielen die Milchpreise 2026 auf ein Fünfjahrestief (-25 %).
Zeitweise und regional wurden gar unter 30 Cent pro Liter Milch an die Bauern gezahlt - zu groß waren die Mengen an Milch, die den Molkereien angeliefert wurden. Erst im August stieg der Preis pro Liter wieder über die 41-Cent-Marke.
"Die Branche braucht höhere Preise, um den Bauern bessere Preise zahlen zu können", sagte der MIV-Vorsitzende, Detlef Latka. Er ist vorsichtig optimistisch, dass die Preise für Milchprodukte in den nächsten Wochen und Monaten wieder steigen. Er hofft, dass die Bauern dann auch wieder höhere Erlöse erzielen.
Milchindustrie-Verband: "Milch-Markt leidet unter schwierigen Rahmenbedingungen"
Latka: "Der deutsche Milch-Markt leidet unter schwierigen Rahmenbedingungen. Pro Jahr geben drei bis vier Prozent der Milchbauern ihre Betriebe ab. Auch die Molkereien stehen unter enormem Kostendruck. Die führen seit Jahren zu Großfusionen und Kooperationen."
Das kann man derzeit live in Sachsen beobachten. Der Müllermilch-Konzern hat angekündigt, am Standort in Leppersdorf seine Schnittkäserei zu schließen.
Gleichzeitig führt der Konzern als Investor Verhandlungen mit der angeschlagenen Molkerei Vogtlandmilch (die GmbH gehört zu gleichen Teilen der Erzeugergemeinschaft Milch Plauen und der Molkereigenossenschaft Glauchau).