Am Samstag gibt's mehr Geld, aber nicht für alle: 6,64 Millionen profitieren von höherem Mindestlohn!

Berlin - Am Samstag steigt der Mindestlohn - Millionen Menschen dürften dann mehr überwiesen bekommen. Aus Sicht der Gewerkschaften ist es ein Lichtblick - doch sie beklagen Lücken bei der Durchsetzung des Mindestlohns.

Obwohl die Erhöhung des Mindestlohns "ein Lichtblick in schwierigen Zeiten" ist, profitieren nicht alle Arbeitnehmer davon. (Symbolbild)
Obwohl die Erhöhung des Mindestlohns "ein Lichtblick in schwierigen Zeiten" ist, profitieren nicht alle Arbeitnehmer davon. (Symbolbild)  © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Von der Erhöhung des Mindestlohns am 1. Oktober profitieren nach einer neuen Studie rechnerisch 6,64 Millionen Menschen in Deutschland.

So viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland verdienen demnach derzeit weniger als 12 Euro brutto pro Stunde, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag in Düsseldorf auf Basis eigener Berechnungen mitteilte.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der sich stets für den Mindestlohn und seine Erhöhung stark gemacht hatte, wertete die Erhöhung als "einen Lichtblick in diesen schwierigen Zeiten", wie DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell mit Blick auf die Energiepreiskrise sagte.

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Unter denjenigen, die jetzt von der Erhöhung profitieren, sind laut WSI 2,55 Millionen vollzeitbeschäftigt. Bundesweit erhält derzeit der Studie zufolge knapp jeder zehnte Vollzeitbeschäftigte weniger als 12 Euro pro Stunde. Unter Teilzeitbeschäftigten sind es demnach 20,1 Prozent, unter Minijobbern sogar 80 Prozent.

Mindestlohn wird steigende Energie- und Lebensmittelkosten nicht abfedern

Für die steigenden Energie- und Lebensmittelkosten in den kommenden Monaten wird die Erhöhung nicht ausreichen. (Symbolbild)
Für die steigenden Energie- und Lebensmittelkosten in den kommenden Monaten wird die Erhöhung nicht ausreichen. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Quer durch alle Branchen erhalten laut DGB jedoch nach wie vor viele den gesetzlichen Mindestlohn nicht. Nötig seien mehr Kontrollen.

"Die Bundesregierung muss die zuständige Behörde Finanzkontrolle Schwarzarbeit personell deutlich stärken", forderte Körzell.

Zugleich mahnte er weitere finanzielle Entlastungen an, da der Mindestlohn die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel nicht abfedern könne.

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Höchste Zeit sei es für eine Energiepreispauschale und einen Energiepreisdeckel, wozu die "Übergewinne der großen Energie- und Mineralölkonzerne" abgeschöpft werden müssten.

Der DGB kündigte zur Mindestlohnerhöhung für diesen Mittwoch Info-Aktionen auf mehr als 230 Bahnhöfen und Marktplätzen im gesamten Bundesgebiet an.

Titelfoto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

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