Biontech-Gründer verlassen Unternehmen und gründen neues: Was sie jetzt vorhaben
Von Christian Schultz
Mainz - Die Impfstoff-Pioniere und Biontech-Gründer Ugur Sahin (60) und Özlem Türeci (59) werden das in der Corona-Pandemie weltweit bekannt gewordene Unternehmen verlassen. Das Forscher-Ehepaar will noch einmal etwas Neues wagen.
Die Eheleute scheiden spätestens Ende 2026 aus, dann enden ihre aktuellen Dienstverträge, wie Biontech in Mainz mitteilte.
Ihr neues Biotechnologie-Unternehmen soll sich demnach auf die Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis widmen.
Anteilseigner von Biontech wollen die Eheleute aber bleiben, derzeit halten sie nach Unternehmensangaben rund 15 Prozent.
Geplant ist laut Biontech, Rechte und mRNA-Technologien in das neue Unternehmen einzubringen. Im Gegenzug bekomme Biontech eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Firma sowie Lizenzgebühren.
Auch seien Meilensteinzahlungen vereinbart worden, Biontech wird also bei Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte Geld von dem neuen Unternehmen erhalten. Eine bindende Vereinbarung hierzu soll bis Ende des ersten Halbjahres 2026 abschlossen werden, erklärte Biontech.
Ugur Sahin erklärt Gründe für Ausstieg bei Biontech
Sahin und Türeci hatten Biontech 2008 gegründet. Ziel war die Entwicklung von Krebstherapien auf mRNA-Basis. In der Corona-Pandemie wurden kurzerhand dann alle Kapazitäten der Mainzer in die Entwicklung eines mRNA-Vakzins gegen Covid-19 gesteckt - mit Erfolg.
Das Unternehmen gewann das Wettrennen gegen eine Reihe von Mitbewerbern und erhielt gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer die erste Marktzulassung für einen Corona-Impfstoff. Biontech verdiente in der Folge Milliarden und expandierte kräftig.
Und warum nun der Ausstieg Sahins und Türecis? "Özlem und ich wollen ein weiteres Mal als Pioniere neue Wege beschreiten", sagte Sahin in einer Mitteilung.
Es sei schon immer ihre Vision gewesen, Wissenschaft in Fortschritte für Patientinnen und Patienten zu überführen. Nun biete sich die Chance, die nächste Generation an Innovationen zu erschließen.
Titelfoto: Boris Roessler/dpa

