Deutsches Unternehmen wird für Milliardensumme an US-Konzern verkauft
Von Oliver Schmale
Mulfingen - Der Ventilatoren-Spezialist EBM-Papst wird für eine Milliardensumme in die USA verkauft. Das Familienunternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen (Hohenlohekreis) geht an den börsennotierten Konzern Madison Air.
Der Chef von EBM-Papst, Klaus Geißdörfer, sagte, das große Potenzial für die Weiterentwicklung der Gruppe sei nicht ausgeschöpft und mit Madison habe man einen Partner gefunden, der genau verstehe, was EBM-Papst ausmache und was man brauche, um die Marktführerschaft auszubauen.
"Wir werden auch von einem besseren Zugang zum US-Markt profitieren." Der Nettoverkaufspreis liege bei 4,775 Milliarden Euro.
Geißdörfer hatte zuletzt vor allem das Geschäft mit Rechenzentren stark ausgebaut, die gekühlt werden müssen. Im Rahmen des Verkaufs wird das Familienunternehmen mit 5,1 Milliarden Euro bewertet. Der Verkauf muss allerdings noch von den Behörden genehmigt werden.
Madison Air sei fast nicht in Europa und Asien vertreten, sagte Geißdörfer. "Hier ist EBM-Papst gut aufgestellt. Deshalb ergänzen wir uns gegenseitig gut." Mithilfe des neuen Partners könne man unter anderem das Servicegeschäft besser ausbauen. "Dieser Aspekt wird immer wichtiger."
EBM-Papst steigerte Umsatz
Madison Air ist auf Belüftungs-, Filtrations- und Kühlsysteme spezialisiert. Das Industrieunternehmen hat weltweit 9000 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug zuletzt 3,5 Milliarden US-Dollar. Die Gesellschafterfamilien von EBM-Papst sehen Madison als idealen Partner: Madison setze seit Jahrzehnten auf nachhaltige Unternehmensentwicklung.
Der US-Konzern ist langjähriger Kunde des Familienunternehmens, das weltweit mehr als 13.000 Beschäftigte hat, davon 5800 in Deutschland. Im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende März dieses Jahres endete, stieg der Umsatz von EBM-Papst um sechs Prozent auf rund 2,24 Milliarden Euro.
Mulfingen bleibt den Angaben zufolge auch bei einem Verkauf Hauptsitz von EBM-Papst. Der Vorstandschef von Madison Air, Jill Wyant, sagte: "Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam auf dem bereits starken Fundament aufbauen können." Der Vollzug des Geschäfts wird Ende des Jahres erwartet.
Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa
