Dürre macht Sprit teurer: Versorgungsengpässe drohen!

Von Christof Rührmair und Alexander Sturm

München/Nesselwang - Inzwischen bekommen auch Autofahrer zu spüren, dass im Rhein zu wenig Wasser ist: Es macht den Sprit teurer.

Das Niedrigwasser am Rhein hat massive Folgen für die deutsche Wirtschaft.  © Thomas Frey/dpa

"Das derzeitige Niedrigwasser am Rhein wirkt preistreibend", sagt der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Es sei aber nur einer von mehreren Einflussfaktoren auf die aktuellen Spritpreise.

Hintergrund ist, dass der Rhein auch für Öl, Benzin und Diesel als Transportweg genutzt wird. In großen Tankschiffen ist dies in der Regel deutlich günstiger als mit vergleichsweise kleinen Lkw.

Nach Angaben des Experten steigen durch das aktuelle Niedrigwasser "die Logistikkosten für den Transport von Kraftstoffen und einzelnen Vorprodukten teilweise deutlich an".

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Zudem werde der deutsche Markt nicht ausschließlich über den Rhein, sondern über ein "Netzwerk aus Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie den Schienen- und Straßenverkehr" versorgt, sagt Laberer.

"Daher dürfte das Niedrigwasser derzeit vor allem regional zu höheren Kraftstoffpreisen beitragen."

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Vorübergehend regional beschränkte Engpässe möglich

Die Pegelstände sollen in nächster Zeit noch weiter sinken.  © Thomas Frey/dpa

Grund zur Entwarnung gibt es allerdings nicht: Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) erklärte auf Anfrage: "Nach derzeitigen Prognosen sinken die Pegelstände in nächster Zeit jedoch weiter, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit von vorübergehenden und regional beschränkten Versorgungsengpässen erhöht. Das gilt insbesondere, wenn es zusätzlich zu Verspätungen auf der Schiene, zu technischen Störungen oder anderen Einschränkungen in der Transportlogistik kommen sollte."

Grundsätzlich sei der Umgang mit Niedrigwasser, gerade am Rhein, für die Unternehmen im Verband en2x nicht neu. "Dennoch stehen wir vor einer großen Herausforderung. Binnenschiffe müssen mit geringerem Frachtvolumen beladen werden - teils zu einem Viertel der Normalkapazität, oder sie mussten den Betrieb vorübergehend ganz einstellen", heißt es vom Verband.

Der Transport werde - wo möglich - auf Züge oder Lastwagen verlagert. Allerdings seien auch deren Kapazitäten begrenzt.

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"Dadurch verzeichnen wir steigende Transportkosten. Dank laufender Anpassung der Logistik läuft der Tankstellenbetrieb bisher auf normalem Niveau - auch im gesamten Rheingebiet."

Rhein-Niedrigwasser: Europas wichtigste Wasserstraße

Das Niedrigwasser, gerade am Rhein, setzt der deutschen Wirtschaft zunehmend zu. Der Rhein ist Europas wichtigste Wasserstraße. Bei niedrigen Pegelständen können Schiffer weniger Ladung aufnehmen, wodurch Transportkosten steigen, die Belieferung der Industrie mit Vorprodukten erschwert wird und Lieferketten unter Druck geraten.

Derzeit erschwert zudem die Generalsanierung der Bahnstrecke auf der rechten Rheinseite das Verlagern von Transporten auf die Schiene.

Dadurch stehen zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet nur die zwei Gleise der linksrheinischen Strecke zur Verfügung, sonst sind es vier Gleise - das verschärft die Lage. Die Bauarbeiten sollen noch bis Dezember laufen. 

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