Standort Deutschland besonders betroffen: Chemie-Riese kündigt Abbau von 3200 Stellen an
Von Burkhard Fraune
Essen - Der Chemiekonzern Evonik hat den Abbau von 3200 Stellen angekündigt. 2150 davon entfallen auf Deutschland, wie das Unternehmen in Essen mitteilte.
Das Produktportfolio werde nach Rollenprofilen geordnet, den sechs großen Produktionsstandorten in Deutschland würden spezifische Aufgaben zugeteilt, teilte der MDax-Konzern nach einer Strategieklausur mit.
"Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter teilen eine Überzeugung: Wir befinden uns in einer strukturellen und ökonomischen Krise unserer Industrie", sagte Übergangschef Claus Rettig.
Gute Chancen für Wachstum sieht Evonik besonders in Asien und Amerika, dort werden aktuell weitere Investitionsprojekte geprüft. Finanzielle Details zu Einspareffekten und Sonderkosten nannte Evonik zunächst nicht. Die Aktie legte um fast fünf Prozent zu.
Schon bis Ende 2026 fallen durch Spar- und Effizienzprogramme rund 2800 Stellen weg. Der nächste Sparplan soll bis 2029 sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden.
So werden frei werdende Stellen nicht nachbesetzt, Beschäftigte früher in den Ruhestand verabschiedet oder freiwillige Abgänge über Abfindungen vereinbart.
Evonik hatte unter anderem angekündigt, das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen. Per Ende 2025 beschäftigte Evonik mit 31.053 Mitarbeitern fast 900 weniger als ein Jahr zuvor.
Titelfoto: Federico Gambarini/dpa
