Ganderkesee - Gab es schon wieder einen Sabotageversuch an kritischer Infrastruktur? Die Polizei hat in der Nacht zu Freitag das Umspannwerk Ganderkesee (Niedersachsen) umstellt.
Wie ein Reporter vor Ort berichtet, hat die Polizei das Umspannwerk im Landkreis Oldenburg weiträumig abgesperrt.
Das Gelände wurde von Kräften aus der ganzen Region gesichert. Ein Hubschrauber kreiste mit einem Suchscheinwerfer über dem Gebiet.
Wie eine Sprecherin gegenüber TAG24 mitteilte, habe eine Streife gegen 3 Uhr bei einer routinemäßigen Anfahrt des Umspannwerks eine Feststellung gemacht. Dabei handelte es sich um einen offenstehenden Schaltschrank.
Infolgedessen und aufgrund der besonderen Bedeutung der technischen Anlage rückten zahlreiche Kräfte für eine Überprüfung aus. "Wir hatten unter anderem den Hubschrauber im Einsatz, damit wir auch aus dem Luftraum ein Bild auf das Umspannwerk gewinnen können", so die Sprecherin.
Auch Diensthunde wurden hinzugezogen. Das Technische Hilfswerk unterstütze die Polizei und leuchtete den betroffenen Bereich ab.
Ob eine Straftat im Zusammenhang mit dem offenen Schaltkasten steht, werde derzeit geprüft. Beschädigungen konnten bislang nicht festgestellt werden.
Serie von Vorfällen an kritischer Infrastruktur
Einsatzkräfte suchten den Bereich weiträumig ab, auch direkt am Umspannwerk laufen noch Maßnahmen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, so die Sprecherin.
"Die Einsatzmaßnahmen dienten insbesondere dazu, einen möglichen unbefugten Aufenthalt auf dem Gelände auszuschließen und eine mögliche Gefährdung frühzeitig zu erkennen", heißt es in einer Mitteilung.
Der Einsatz reiht sich in eine Serie von Vorfällen rund um kritische Infrastruktur in Deutschland ein.
Erst am Donnerstagabend rückte die Polizei wegen verdächtiger Gegenstände an einem Umspannwerk in Dormagen (Rhein-Kreis-Neuss, NRW) aus, am Dienstag traf es Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.
Erstmeldung um 7.33 Uhr, zuletzt aktualisiert um 10.12 Uhr.