Attacke auf Juden wird Thema im NRW-Landtag: SPD fordert "volle Härte des Rechtsstaats"
Von Oliver Auster
Düsseldorf - Eine Attacke gegen einen deutschen Juden (35) in Düsseldorf wird diese Woche Thema im Landtag.
Die SPD hat einen mündlichen Bericht im Innenausschuss beantragt. Innenminister Herbert Reul (74, CDU) soll zum aktuellen Stand der Ermittlungen und dem Schutz von Juden in Nordrhein-Westfalen Auskunft geben.
Am vergangenen Dienstagabend war der Mann, der eine Kippa sowie einen schwarzen Pullover mit aufgedrucktem "IDF"-Schriftzug (Israel Defense Forces) trug, laut Polizei zunächst von zwei Frauen angesprochen und israelfeindlich beleidigt worden.
Anschließend sollen zwei hinzugekommene Männer den Mann attackiert haben. Er wurde leicht verletzt. Die Polizei sucht nach den Tätern.
Die SPD-Innenexpertin Christina Kampmann (46) sagte der dpa: "Wir erwarten eine umfassende Aufklärung der Hintergründe, der Motivlagen der Tatverdächtigen und möglicher sicherheitsbehördlicher Vorerkenntnisse. Darüber hinaus muss die Landesregierung darlegen, wie sie die aktuelle Gefährdungslage bewertet und welche zusätzlichen Maßnahmen sie ergreifen will, um jüdisches Leben in NRW wirksam zu schützen."
Kampmann ergänzte: "Wer aus antisemitischen Motiven Straftaten begeht, muss die volle Härte des Rechtsstaats spüren. Gleichzeitig braucht es ein klares Signal der gesamten Gesellschaft: Antisemitismus hat in NRW keinen Platz. Nicht auf der Straße, nicht im Netz und nicht in den Köpfen."
Titelfoto: Oliver Berg/dpa
