Dramatische Entwicklung: Zahl der Korruptionsverfahren in NRW steigt an

Von Oliver Auster

Düsseldorf - Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 233 Korruptionsverfahren in NRW geführt. Der Wert für 2025 liegt oberhalb des Vorjahreswerts (207) und ist der höchste seit 2022. Das geht aus dem neuen Lagebild Korruption des Landeskriminalamts (LKA) hervor.

Die Zahl der Korruptionsverfahren in Nordrhein-Westfalen ist angestiegen.  © Oliver Berg/dpa

Bei zehn der 233 Verfahren handelt es sich laut LKA um "Umfangsverfahren". Das heißt, sie bestehen aus vielen Einzeldelikten. 88 Verfahren (rund 38 Prozent) entfallen demnach auf "situative Korruption", 145 Verfahren (rund 62 Prozent) auf "strukturelle Korruption".

Als situative Korruption wird in dem Lagebild als Beispiel die versuchte Bestechung bei einer Behörde angeführt: "Im Rahmen eines Termins für einen Einbürgerungsantrag hinterließ ein Bürger einen silbernen Ring von unbekanntem Wert auf dem Schreibtisch des Sachbearbeiters, obwohl dieser mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass er keine Geschenke annehmen darf."

Strukturelle Korruption sei geplant und "deutlich komplexer und konspirativer".

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So habe etwa ein Mitarbeiter eines Jobcenters mehrfach Bargeld verlangt, um Antragstellern beim Ausfüllen von Formularen zu "helfen" oder dafür zu sorgen, dass eingestellte Leistungen wieder aufgenommen werden. Zu einer Geldübergabe sei es am Ende nicht gekommen, heißt es in dem Lagebild.

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Der festgestellte Schaden ist im Vergleich zu 2024 (31 Millionen Euro) noch einmal stark angestiegen auf rund 52 Millionen Euro. Die Ermittler betonen, dass es allerdings ein hohes Dunkelfeld gibt - und man damit nur bei einem Teil der Taten überhaupt ermitteln kann.

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