Von Bettina Grönewald
Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen kümmert sich rein rechnerisch ein Schulpsychologe um rund 5000 Schüler. Angesichts der angespannten Haushaltslage zeichnet sich auf absehbare Zeit keine Verbesserung dieses Verteilungsschlüssels ab.
Das geht aus einer Antwort des Düsseldorfer Schulministeriums auf eine SPD-Anfrage hervor.
Die SPD-Abgeordnete Dilek Engin (45) wies darin auf besorgniserregende Entwicklungen hin, die das Deutsche Schulbarometer im Frühjahr abgebildet hatte.
Laut einer repräsentativen Befragung für die Robert Bosch Stiftung fühlte sich im vergangenen Jahr jedes vierte Kind psychisch belastet - 2024 war es etwa jedes fünfte Kind gewesen. Bei Familien mit sehr geringem Einkommen lag dieser Wert sogar bei mehr als 31 Prozent.
In einer weiteren Studie für das Schulbarometer hatten 46 Prozent der befragten Lehrkräfte angegeben, das Verhalten ihrer Schüler sei für sie die größte berufliche Belastung. Vor zwei Jahren hatte das nur gut jede dritte befragte Lehrkraft (35 Prozent) so empfunden.
Auf die Frage der SPD, welche Maßnahmen die Landesregierung ergreifen wolle, um die schulpsychologische Versorgung in NRW auszubauen und somit den steigenden Unterstützungsbedarf an den Schulen zu decken, antwortet Schulministerin Dorothee Feller (60, CDU): "Das Land hält – trotz bekannter Haushaltslage – die Zahl der Schulpsychologinnen und -psychologen landesweit konstant."
Für die rund 2,5 Millionen Schüler in NRW stehen derzeit 464 schulpsychologische Planstellen zur Verfügung - davon 289 im Landesdienst und 175 im kommunalen Dienst. Die Zahl der unbesetzten Stellen sank nach Angaben der Landesregierung seit dem Schuljahr 2022/23 kontinuierlich von damals rund 64 auf zuletzt 20 Stellen.