Neuer Anschlag auf deutsches Stromnetz! Ermittler finden Abschussvorrichtungen
Bergheim - Nach der Störung an einem Umspannwerk in Bergheim (NRW) bei Köln haben die Ermittler sechs Abschussvorrichtungen in einem Feld gefunden.
Es sei davon auszugehen, dass diese Vorrichtungen so gebaut waren, um mit pyrotechnische Gegenständen einen Draht in die Höhe über die Stromleitungen zu führen, sagte der Leitende Kriminaldirektor Michael Esser.
Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). "Wer da ran geht, greift unser Land an", sagte er.
Infolge der Störung sind fünf Braunkohlen-Kraftwerksblöcke von RWE an zwei Standorten vom Netz gegangen.
Diese Blöcke im Rheinischen Revier mit einer grundsätzlichen Kraftwerkskapazität von insgesamt rund 4200 Megawatt speisten zum Zeitpunkt des Vorfalls rund 3000 MW benötigte Leistung ins Netz ein, schilderte ein Sprecher der RWE Power.
Die allgemeine Stromversorgung blieb trotz des Vorfalls durchgehend sichergestellt. Das betonte Amprion, der Übertragungsnetzbetreiber, dem die Umspannanlage gehört.
Entfallen die von RWE eingespeisten Mengen im Stromnetz für die Versorgung, können diese von Amprion aus anderen Bereichen herangezogen werden.
Laut RWE Power waren durch den Vorfall "im Umfeld" der Umspannanlage das Kraftwerk Niederaußem in Bergheim mit den Blöcken H, G und K betroffen. Am Kraftwerk Neurath in Grevenbroich seien die Blöcke G und F vom Netz gegangen.
Anwohner hatten plötzlich Blitze gesehen und Explosionen gehört
Der Block Niederaußen H sei aber bereits wieder ans Netz gegangen, sagte Sprecher Matthias Beigel der dpa am Morgen. Zwei weitere Blöcke sollten im Tagesverlauf folgen.
An der Wiederinbetriebnahme der beiden übrigen Blöcke werde ebenfalls gearbeitet, berichtete das Unternehmen weiter. "Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen und die Systemstabilität immer gewährleistet."
Anwohner hatten plötzlich Blitze gesehen und Explosionen gehört, kurz danach soll ein Hubschrauber über der Anlage der Firma Amprion gekreist haben, berichtet BILD.
Erst am Dienstagmorgen hatten Unbekannte nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen. In zwei Fällen gelang dies nach Behördenangaben. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage.
Erstmeldung: 2. September, 6.56 Uhr; zuletzt aktualisiert: 14.27 Uhr
Titelfoto: Montage: Alexander Franz/dpa (2)

