Von Christian Rothenberg
Düsseldorf - Gute Nachrichten vom NRW-Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen im bevölkerungsreichsten Bundesland ist im September im Vergleich zum August um knapp 16.300 auf rund 792.700 Menschen gesunken.
Die Arbeitslosenquote sei um 0,1 Punkte auf 7,9 Prozent zurückgegangen, teilte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf mit. Vor einem Jahr lag die Quote bei 7,8 Prozent. Die Bundesagentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 14. September vorlag.
Der Rückgang ist im September üblich, weil viele neue Arbeitsverhältnisse beginnen. Das betrifft vor allem junge Menschen unter 25 Jahren, die nach Abschluss ihrer Berufsausbildung für kurze Zeit arbeitslos gemeldet waren.
Über alle Altersgruppen hinweg nahmen im September in NRW nach Angaben der Regionaldirektion 50.000 zuvor arbeitslose Menschen eine Arbeit auf - 10.500 mehr als im August.
Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion, zeigte sich erfreut über die Entwicklung und sieht "mehr Bewegung am Arbeitsmarkt".
Im September seien demnach knapp 26.300 Stellen neu gemeldet worden, fast 4300 oder gut 19 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Wie sich die Situation weiter entwickeln könnte, vermag er nicht abzuschätzen.
NRW-Chef von Bundesagentur für Arbeit sieht positive Signale, aber auch negative Tendenzen
Strangfeld erkennt in Befragungen von Wirtschaftsinstituten und eigenen Beobachtungen positive Signale für einen leichten Aufwärtstrend. Ob dies ausreiche, um die Arbeitslosigkeit "wieder dauerhaft merklich zu senken", sei aber unklar.
Zugleich sieht er negative Tendenzen. Im September hätten sich 48.300 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – 6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei zudem nicht stärker ausgefallen, als es saisonbedingt zu erwarten gewesen sei.
Die Wirtschaft steht Strangfeld zufolge "weiterhin unter Druck". Für Fachkräfte ist die Arbeitsmarktlage deutlich besser, wie die Regionaldirektion schreibt.
Auf 100 offene Stellen für einfache Helfertätigkeiten bewarben sich im September demnach rechnerisch 1747 Personen, auf 100 offene Fachkraftstellen kamen dagegen 213 Arbeitslose mit einer Berufsausbildung.