Vierter Castor-Transport steht bevor: Polizei startet Großeinsatz

Von Marco Rauch

Jülich/Ahaus - Die Polizei hat einen Großeinsatz zum Schutz des vierten Castor-Transports aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus gestartet.

Der vierte Castor-Transport durch Nordrhein-Westfalen könnte in den nächsten Stunden starten.  © Christoph Reichwein/dpa

Wann genau der Transport von hochradioaktivem Atommüll stattfinden soll, sagten die Einsatzkräfte nicht. Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten den Beginn des Transports für heute Abend.

An mehreren Stellen soll es Proteste und Mahnwachen geben. Zuletzt hatten sich wenige Hundert Menschen an den Protesten gegen die Atommüll-Transporte beteiligt.

Die ersten drei Transporte von Atommüll-Behältern aus Jülich nach Ahaus waren in den vergangenen Wochen ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei begleitete die stark gesicherten Transporte jeweils mit einem Großaufgebot.

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In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb.

Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Castor-Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.

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Insgesamt ist geplant, 152 Castor-Behälter nach Ahaus zu bringen. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil die Erdbebensicherheit dort nicht nachgewiesen werden konnte.

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