Schreckliche Zahlen veröffentlicht: Wieso ist die Kinderarmut bei uns so hoch?

Gütersloh - Kinderarmut bleibt einer Analyse zufolge mit unverändert hohen Zahlen eine "unbearbeitete Großbaustelle".

Die Folgen der Coronavirus-Pandemie trifft die Eltern benachteiligter Kinder zudem besonders hart. (Symbolbild)
Die Folgen der Coronavirus-Pandemie trifft die Eltern benachteiligter Kinder zudem besonders hart. (Symbolbild)  © icture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa

Rund 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland wachsen in Armut auf - 21,3 Prozent aller unter 18-Jährigen, wie die Bertelsmann Stiftung berichtete. "Seit Jahren ist der Kampf gegen Kinderarmut eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland." 

Dennoch gebe es seit 2014 im bundesweiten Durchschnitt wenig Verbesserungen. Die Coronavirus-Krise drohe das Problem noch zu verschärfen.

Die Untersuchung der Stiftung legt eine kombinierte Armutsmessung zugrunde. Sie berücksichtigt Kinder aus Familien, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des Durchschnitts aller Haushalte beträgt. 

Und es sind Heranwachsende im Grundsicherungsbezug eingerechnet, deren Familien Hartz IV erhalten. 

Das ungelöste Problem der Kinderarmut habe erhebliche Folgen für Aufwachsen, Wohlbefinden, Bildung und Zukunftschancen, betonte die Stiftung in Gütersloh.

Armut: Vor allem bei Freizeitgestaltung und sozialer Teilhabe besteht starke Unterversorgung

Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Armut auf - mehr als jeder fünfte Heranwachsende. Ein ungelöstes Problem. (Symbolbild)
Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Armut auf - mehr als jeder fünfte Heranwachsende. Ein ungelöstes Problem. (Symbolbild)  © picture alliance

Nach Bundesländern werden in den Stadtstaaten Bremen und Berlin besonders viele Kinder und Jugendliche in finanziell schwachen Verhältnissen groß. 

In Bayern und Baden-Württemberg sieht es für sie im Vergleich am besten aus. Auf kommunaler Ebene zeigt die Erhebung drastische Unterschiede.

Besonders viele Jungen und Mädchen seien in Bremerhaven und Wilhelmshaven von Armut betroffen sowie in den Ruhrgebietsstädten Gelsenkirchen, Herne, Duisburg, Mönchengladbach und Dortmund. 

Hingegen sind in einigen Kommunen im Süden Deutschlands nur wenige durch Armut belastet.

Vor allem bei Freizeitgestaltung und sozialer Teilhabe bestehe eine starke Unterversorgung. 

Zwei Drittel der armen Kinder können laut Analyse mit ihrer Familie nicht einmal eine Woche im Jahr in Urlaub fahren. 

Bei vielen reiche das Geld nicht für einmal im Monat Kino, Konzert oder den Besuch in einem Restaurant. Klassenfahrten, Schüleraustausch oder Einladungen nach Hause seien schwierig.

Titelfoto: icture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa ; picture alliance

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