Magendrehung beim Hund: Vermeide diese fünf Fehler bei der Fütterung

Es ist ein Schrecken für jeden Hundehalter, wenn der geliebte Vierbeiner beim Spielen oder Spaziergang nach dem Fressen plötzlich grundlos anfängt zu würgen. Verschlimmert sich der Zustand des Tieres weiterhin, handelt es sich eventuell um eine Magendrehung, und schnelles Handeln ist gefragt.

Die falsche Fütterung kann eine Magendrehung beim Hund verursachen.
Die falsche Fütterung kann eine Magendrehung beim Hund verursachen.  © 123RF/Jaromír Chalabala

Erleidet ein Hund eine Magendrehung, dann hat das für das Tier meist drastische Folgen und führt nicht selten zum Tod.

Leider ist diese lebensbedrohliche Krankheit in der Hundemedizin noch nicht ausreichend erforscht, und die genauen Ursachen sind unklar, was die Magendrehung für manche Hundehalter umso beängstigender macht.

Dank Studien und Untersuchen weiß man jedoch, was bei einer Magendrehung organisch im Hund passiert, welche Hunde und Rassen dafür besonders anfällig sind und inwieweit das Fehlverhalten von Hundehaltern eine Magendrehung begünstigen kann.

Die wichtigsten Informationen zur Magendrehung beim Hund und Tipps, wie Du einer Magendrehung bei Deinem Hund vorbeugen kannst, erhältst Du in diesem Artikel.

Magendrehung beim Hund: Welche Hunde sind besonders anfällig?

Besonders gefährdet für eine Magendrehung sind vor allem größere Hunderassen, die einen schmalen und tiefen Brustkorb besitzen.

Auch bei Hunden, welche sehr schnell fressen oder aufgrund von Hyperaktivität selten zur Ruhe kommen, ist das Risiko für eine Magendrehung erhöht. Außerdem wurde festgestellt, dass die Gene des Hundes ebenso eine wichtige Rolle spielen.

Folgende Hunderassen können z. B. an einer Magendrehung erkranken:

  • Berner Sennenhund
  • Bloodhound
  • Deutsche oder Dänische Dogge
  • Deutscher Schäferhund
  • Dobermann
  • Golden Retriever
  • Großpudel
  • Irish Red Setter
  • Weimaraner

Magendrehung beim Hund: Was ist daran so gefährlich?

Hat sich der Magen des Hundes um die Längsachse verdreht, sind dessen Ein- und Ausgang verschlossen. Folglich können die im Verdauungsprozess entstehenden Gase nicht mehr entweichen, und der Magen dehnt sich aus, was sehr schmerzhaft für den Hund ist. Zudem wird der gesamte Verdauungsprozess des Tieres unterbrochen.

Meist sterben betroffene Hunde jedoch daran, dass der ausgedehnte Magen die umliegenden Bereiche, Organe und Venen erdrückt. Besonders gefährlich ist es, wenn der gedrehte Magen die große Hohlvene (Vena cava) einengt, weil dies das Blutkreislaufsystem des Hundes massiv stört. Das Blut kann nicht mehr zurück zum Herzen des Hundes fließen, und er erleidet einen Schock, woran das Tier sehr schnell verstirbt.

Eine unbehandelte Magendrehung endet für den Hund tödlich.
Eine unbehandelte Magendrehung endet für den Hund tödlich.  © unsplash/Rojan Maharjan

Diese Hunde-Ratgeber sind ebenfalls lesenswert:

Magendrehung beim Hund: Symptome beim Hund

Eine Magendrehung beim Hund erfordert schnelles Handeln, weswegen Hundehalter die entsprechenden Symptome möglichst frühzeitig erkennen sollten.

Folgende Symptome sind Anzeichen für eine Magendrehung beim Hund:

  • "Trockenes Erbrechen", erfolgloses Erbrechen bzw. Erbrechen von Schleim
  • vermehrter Speichelfluss
  • blasse Schleimhäute
  • verweigert weitere Nahrungsaufnahme und trinkt nicht
  • kann nicht koten und urinieren
  • Atemnot
  • Schmerzen (erkennbar durch Jaulen, Winseln)
  • Unruhe, häufiger Positionswechsel
Im weiteren Verlauf kommt es zu den folgenden Symptomen:
  • aufgeblähter Bauch (fühlt sich an wie eine Trommel oder als hätte er einen Fußball verschluckt)
  • Teilnahmslosigkeit bzw. Apathie
  • Trägheit
  • liegender Hund kann sich nicht mehr aufrichten
Treten manche oder alle dieser Symptome bei dem Hund auf, sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Magendrehung beim Hund: Behandlung und Gegenmaßnahmen

Hat man den Verdacht auf eine Magendrehung bei seinem Hund, dann ist ein Besuch beim Tierarzt zwingend erforderlich. Eine unbehandelte Magendrehung beim Hund endet innerhalb kürzester Zeit tödlich.

Am besten rufen Hundebesitzer den Tierarzt vorher an und äußern ihren Verdacht auf Magendrehung, sodass dieser bereits alles Nötige für die Behandlung des Hundes vorbereiten kann und man keine Zeit verliert.

Bei dem Verdacht auf Magendrehung verabreicht der Tierarzt dem Hund im ersten Schritt wahrscheinlich eine Infusion, welche den Kreislauf des Tieres stabilisieren soll. Anschließend wird der Hund geröntgt. Handelt es sich um eine Magendrehung, dann sieht man auf dem Röntgenbild, dass der Magen geteilt ist und wie eine "Zipfelmütze" aussieht.

Wurde der Verdacht auf Magendrehung bestätigt, dann ist eine Notoperation zwingend erforderlich. Der Magen des Hundes wird dabei erst entgast, dann zurückgedreht und im Anschluss in den meisten Fällen gleich fixiert, um ein erneutes Drehen des Magens zu verhindern.

Bei dem Verdacht auf Magendrehung muss der Hund zwingend von einem Tierarzt untersucht werden.
Bei dem Verdacht auf Magendrehung muss der Hund zwingend von einem Tierarzt untersucht werden.  © 123RF/edmond77

Magendrehung beim Hund: Wie kann man dem vorbeugen?

Leider ist die Magendrehung beim Hund noch nicht ausreichend erforscht, um die genauen Ursachen zu benennen. Dennoch wurden neben Größe und Genetik des Hundes Faktoren bei der Fütterung identifiziert, welche eine Magendrehung beim Hund begünstigen. Diese können Hundehalter im Umgang mit ihrem Vierbeiner umgehen.

1) Es wird empfohlen, den Hund lieber kleine Portionen mehrmals am Tag zu füttern, damit der Magen nicht zu schwer wird und er ausreichend Zeit zum Verdauen hat.

2) Anders als ursprünglich angenommen, sollte man den Hund nicht erhöht füttern. Eine Ausnahme ist, wenn es vom Tierarzt angewiesen wurde.

3) Hundehalter sollten ihrem Vierbeiner eine Ruhepause nach dem Fressen geben. Diese sollten mindestens eine Stunde umfassen. Auch vor dem Fressen sollte sich der Hund entspannen. Spielen oder Gassi Gehen bedeuten für den Hund positiven Stress. Um gut zu verdauen, sollte der Hund sich entspannen.

4) Auch während des Fütterns sollten Hundebesitzer, wenn es möglich ist, den Hund in Ruhe fressen lassen und ihm dafür ausreichend Zeit geben. Man kann den Hund nicht von allen Stressfaktoren in der Umgebung abschirmen, aber diese etwas minimieren.

5) Außerdem sollte man dem Hund nicht zu viel Trockenfutter in Verbindung mit großen Flüssigkeitsmengen geben, da dies während der Verdauung zu vermehrter Gasbildung im Magen führen kann. Generell ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung empfehlenswert.

Um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren, brauchen Hunde nach dem Fressen eine Ruhepause.
Um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren, brauchen Hunde nach dem Fressen eine Ruhepause.  © unsplash/Conner Baker

Eine Magendrehung beim Hund lässt sich nicht immer verhindern, da es Faktoren gibt, die Hundebesitzer nicht beeinflussen können. Den Hund jedoch im Blick zu behalten, ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen der Symptome und schnelles Handeln.

Titelfoto: 123RF/Jaromír Chalabala

Mehr zum Thema Hunde Ratgeber: