Joggen mit Hund: Die besten Tipps für den gesunden Ausdauersport

Erst eine Runde Joggen und dann noch mit den Hund Gassi gehen oder vielleicht doch lieber erst mit dem Hund rausgehen? Wieso nicht einfach beides miteinander verbinden? Joggen mit Hund ist der ideale Freizeitsport für Hundehalter.

Joggen mit Hund ist gut für die Gesundheit und die Beziehung zwischen Hund und Haltern.
Joggen mit Hund ist gut für die Gesundheit und die Beziehung zwischen Hund und Haltern.  © 123RF/dolgachov

Hunde sind nicht nur treue Begleiter, sondern können auch zu anspruchsvollen Trainingspartnern beim Dauerlauf und anderen Sportarten werden.

Das Jogging mit Hund oder auch "Dogging" stärkt nicht nur den eigenen Körper, sondern auch die Beziehung von Haltern zum Hund.

Beim Joggen sollte neben der eigenen die Gesundheit des Hundes immer im Vordergrund stehen. Anderenfalls kehrt sich der erhoffte positive Effekt auf die persönliche Fitness in das Gegenteil um und es kommt zu ernsthaften körperlichen Schäden.

Dieser Hunderatgeber stellt Dir die Hunderassen vor, welche sich zum Joggen eignen. Erfahre außerdem, ab wann Du mit dem Hund joggen kannst und worauf Du noch achten solltest.

Mit welchen Hunderassen kannst Du joggen gehen?

Huskys sind leichtfüßig und sehr ausdauernd, was sie zu idealen Begleitern beim Joggen macht.
Huskys sind leichtfüßig und sehr ausdauernd, was sie zu idealen Begleitern beim Joggen macht.  © unsplash/Magdalena Smolnicka

Geeignete Hunderassen zum Joggen sind:

  • Australian Shepherd
  • Border Collie
  • Dalmatiner
  • Deutsch Kurzhaar
  • Englische Setter
  • Golden Retriever
  • Husky
  • Jack Russell Terrier
  • Labrador Retriever
  • Pudel
  • Vizsla
  • Weimaraner
  • Windhund

Diese Liste ist nicht vollständig. Es gibt noch weitere bewegungsfreudige und sportliche Hunderassen.

Darum brauchen Hunde einen Rückzugsort - Was Hundebesitzer wissen sollten
Hunderatgeber Darum brauchen Hunde einen Rückzugsort - Was Hundebesitzer wissen sollten

Jeder Hund ist jedoch individuell und nicht alle haben Spaß am Joggen. Hundehalter sollten ihrem Tier gegenüber sehr aufmerksam sein, um beurteilen zu können, wie dieses mit dem Joggen zurechtkommt.

Mit welchen Hunderassen solltest Du nicht joggen gehen?

Mit einem Chihuahua und anderen kleinen Hunden sollte man auf das Joggen verzichten.
Mit einem Chihuahua und anderen kleinen Hunden sollte man auf das Joggen verzichten.  © unsplash/Denis Oliveira

Für das Joggen ungeeignete Hunderassen sind:

  • Berner Sennenhund
  • Bernhardiner
  • Boxer
  • Bulldogge
  • Chihuahua
  • Corgi
  • Dackel
  • Französische Bulldogge
  • Malteser
  • Mops
  • Neufundländer
  • Pekingese
  • Shih Tzu

Auch andere Hunde sind nicht als Jogging-Partner einsetzbar.

Hunde, welche eine kurze Nase und meistens entsprechende Atemprobleme haben, sind nicht zum Joggen geeignet. Genauso wenig wie Hunde, welche schwerfällig laufen oder sehr viel Fell besitzen. Diese haben meist keine Ausdauer und Schwierigkeiten mit der Körpertemperatur. Mit kurzen Beinen fällt Hunden das Joggen ebenfalls schwer.

Am besten holt man sich vor dem Joggen die Expertenmeinung vom Züchter oder Tierarzt ein, ob der eigene Hund joggen darf.

Joggen mit Hund: Das solltest Du beachten

1. Das richtige Alter des Hundes

Hundebesitzer sollten erst mit ihrem Hund joggen, wenn dieser ausgewachsen ist. Erst dann sind die Gelenke, Knochen und Muskeln ausreichend ausgereift. Ab wann ein Hund ausgewachsen ist, hängt von der jeweiligen Rasse ab. Ist man sich unsicher, kann man sich beim Züchter oder Tierarzt erkundigen. Hundehalter sollten ebenso nicht mit zu alten Hunden joggen.

Es bietet sich jedoch an, den Welpe oder Junghund im Spiel bereits daran zu gewöhnen, dass die Besitzer in seinem Beisein rennen. Dafür gelegentlich kleine und kurze Intervalle mit dem Hund spielerisch rennen. Bleibt der Hund entspannt oder läuft im passenden Tempo neben der Person, dann sollte er am Boden gelobt werden, um dieses erwünschte und positive Verhalten zu verstärken. Durch dieses Training ist die Aufregung des Hundes beim späteren Joggen nicht mehr so hoch.

2. Die passenden körperlichen Voraussetzungen des Hundes

Nur gesunde Hunde mit einem entsprechenden körperlichen Potenzial sollten mit ihren Besitzern joggen. Ein Gesundheitscheck beim Tierarzt kann Aufschluss darüber geben, ob der Hund eventuell körperliche Probleme wie Atemschwierigkeiten oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat. Manche Rassen sind generell nicht für den Ausdauersport geeignet.

Hunderassen wie Australian Shepherd haben die nötigen körperlichen Voraussetzungen zum Joggen.
Hunderassen wie Australian Shepherd haben die nötigen körperlichen Voraussetzungen zum Joggen.  © unsplash/Trac Vu

3. Den Grundgehorsam und die Leinenführigkeit des Hundes

Für ein entspanntes und sicheres Joggen sollte der Hund leinenführig und sehr gehorsam sein. Er sollte die gängigen Kommandos wie z. B. "Halt" und das "Bei-Fuß-Gehen" auch bei Ablenkungen befolgen.

Beim Joggen lassen sich Begegnungen z. B. mit anderen Hundehaltern, Joggern, Passanten und Fahrradfahrern nicht immer vermeiden. Um die Sicherheit für andere, den eigenen Hund und sich selbst beim Joggen gewährleisten zu können, ist es wichtig, dass die Halter ihren Hund in jeder Situation unter Kontrolle haben.

4. Die richtige Ausrüstung für das Joggen mit Hund

Möchten Hundehalter mit ihrem Hund joggen, dann empfiehlt es sich, eine spezielle Ausrüstung für das Rennen zu verwenden. Zum einen sichert diese den Kontakt zwischen Tier und Halter beim Joggen. Zum anderen kann es für den Hund zu einem wiedererkennbaren Ritual werden, da er die bestimme Ausrüstung mit Joggen assoziiert.

Hunde können beim Joggen an der Leine geführt oder freiläufig sein. Hundehalter sollten das spezifisch für ihr Tier entscheiden. Es kommt immer darauf an, wie sicher sie sich fühlen, wenn ihr Tier frei läuft und ob sie es jederzeit zurückrufen können. Zu berücksichtigen ist auch, ob auf der gewählten Strecke eine Leinenpflicht besteht.

Die gewählte Leine kann etwas länger und möglichst mit einem Gummizug oder Ähnlichem versehen sein, damit der Nacken des Hundes nicht belastet wird. Auch sollte die Befestigung wie ein Karabiner nicht zu schwer oder groß sein, damit diese nicht ständig auf den Rücken des Tieres schlägt.

Es gibt spezielle Leinengürtel, welche beim Hundehalter um die Hüfte oder schräg von Schulter zur Hüfte um den Oberkörper herum befestigt werden. Der Vorteil ist, dass die Hände frei sind und der Hund dennoch unter einer gewissen Kontrolle ist.

Zum Joggen wird ein Brustgeschirr gern verwendet, da dieses für den Hund angenehm zu tragen ist und dem Halter eine gute Kontrolle gibt. Ein Halsband sollte nur benutzt werden, wenn der Hund nicht an der Leine zieht. Weder Geschirr noch Halsband sollten zu stark an der Hautoberfläche des Tieres reiben.

Das Joggen auf Asphalt belastet die Gelenke des Hundes massiv.
Das Joggen auf Asphalt belastet die Gelenke des Hundes massiv.  © unsplash/Sherise VD

5. Eine angemessene Strecke zum Joggen und Dauer des Ausdauerlaufs mit Hund

Lange Strecken auf Asphalt schädigen die Gelenke des Hundes und auch des Menschen. Hinzu kommt, dass der Asphalt schon bei leicht erhöhten Temperaturen schnell zu heiß wird, wodurch sich der Hund die Pfoten verbrennen könnte. Besser für das Joggen geeignet sind Strecken mit einem weichen Untergrund wie z. B. Feldwege oder Waldboden.

Unabhängig davon, wo man mit dem Hund joggt, sollte man im Anschluss dessen Pfoten auf Fremdkörper und andere Schäden kontrollieren.

So wie bei den eigenen sportlichen Leistungen braucht es auch beim Joggen mit Hunden Geduld, gestaffeltes Training und eine langsame Steigerung. Anfangs sollten Hundebesitzer mit dem Hund nur kleine Runden langsam joggen, damit sich dieser an die gleichmäßige Belastung gewöhnen kann. Auch Hunde müssen erst die entsprechenden Muskeln aufbauen und ihre Kondition trainieren.

Beim gemeinsamen Joggen ist es wichtig, aufeinander zu achten und die Geschwindigkeit einander anzupassen. Weder Hund noch Halter sollten weit vor dem anderen laufen und diesen mitziehen.

Doch auch nach dem Joggen sollte man den Hund beobachten. Bewegt der Hund sich etwas steif und ungewöhnlich, dann hat er eventuell Muskelkater oder wurde überanstrengt.

6. Die Temperaturen beim Joggen mit Hund

Im Sommer und bei Hitze empfiehlt es sich, wenn überhaupt früh am Morgen oder in den Abendstunden mit dem Hund zu joggen.

Anders als Menschen können Hunde ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren, sondern hecheln verstärkt. Um zu verhindern, dass der Hund beim Joggen einen Hitzschlag erleidet, sollte man Pausen machen und generell immer ausreichend Wasser für den Hund dabei haben.

Bei niedrigeren Temperaturen im Herbst oder Winter sollte sich der Hund beim Joggen möglichst durchgehend und gleichmäßig bewegen, damit er nicht auskühlt. Mit manchen Hunden kann man auch bei minus 5 Grad noch joggen gehen, aber das hängt von der individuellen Konstitution und Kälteresistenz des Hundes ab.

Beim Joggen mit dem Hund eine Pause zum Trinken oder direkt an einem Gewässer zu machen, hilft dem Tier, seine Körpertemperatur zu regulieren.
Beim Joggen mit dem Hund eine Pause zum Trinken oder direkt an einem Gewässer zu machen, hilft dem Tier, seine Körpertemperatur zu regulieren.  © unsplash/Timothy Muza

7. Die richtigen Essenszeiten für den Hund

Hunde sollten ein bis zwei Stunden vor dem Joggen nicht fressen, da sonst das Risiko einer Magendrehung besteht. Auch macht ein voller Magen den Hund meist etwas schwerfällig, weswegen er Zeit zum Verdauen braucht.

8. Die passende Geschwindigkeit beim Joggen mit Hund

Das richtige Tempo beim Joggen hängt sowohl vom Hund als auch vom Halter ab. Es ist ein Kompromiss aus den beiden idealen Geschwindigkeiten. Hunde verfallen bei einer guten Geschwindigkeit in einen möglichst kontinuierlichen Lauf bzw. Trab. Erkennen Halter diesen, dann können sie ihre Geschwindigkeit entsprechend anpassen. Die Hundeleine sollte beim Joggen nie straff sein.

Etwas spielerischer ist es, die Geschwindigkeit zeitweise zu variieren. Das macht das Ganze für den Hund spannender. Mit Geduld wird aus Hund und Halter ein eingespieltes sowie sportliches Team.

Gehen Hundehalter mit ihrem Hund vor und nach dem Joggen noch ein Stück, dann hat dieser die Chance, sich zu lösen, sich auf die Bewegung einzustimmen oder sich danach langsam zu beruhigen. Aus der Kalten zu starten und abrupt aufzuhören ist weder für den Hund noch für den Halter gesundheitsfördernd.

Dehnungsübungen und Spiele bieten dem Hund beim Joggen Abwechslung, steigern die Motivation und beugen körperlichen Beschwerden vor.
Dehnungsübungen und Spiele bieten dem Hund beim Joggen Abwechslung, steigern die Motivation und beugen körperlichen Beschwerden vor.  © 123RF/Michael Heim

9. Das Leistungsvermögen und die Motivation des Hundes

Jeder Hund ist individuell, hat seine eigenen Bedürfnisse und körperliche Möglichkeiten. Nur weil das Tier einer sportlichen Hunderasse angehört, heißt das noch lange nicht, dass es auch für das Joggen geeignet ist. Auf keinen Fall sollte man den Hund durch das Ziehen an der Leine zum Joggen zwingen.

Nicht jeder Hund hat Spaß daran, lange Strecken zu joggen. Manche rennen nur mit, weil sie ihren Besitzern gefallen wollen. Auch neigen Hunde dazu, sich zu überanstrengen. Erkennbar ist eine Überanstrengung des Hundes daran, dass dieser besonders stark hechelt, er einen Schluckauf bekommt, die Zunge sich verfärbt (tiefrot oder blau) und die Schleimhäute weiß sind. In diesem Fall sollte man mit dem Hund eine Pause machen, ihm Trinken anbieten und anschließend langsam nach Hause gehen.

Um die Motivation des Hundes zu steigern und gewünschtes Verhalten zu bestärken, können Hundebesitzer ihren Hund beim Laufen loben. Jedoch sollte dies eher verbal erfolgen, da sich das Tier beim Rennen an den Leckerlis oder Ähnlichem verschlucken könnte.

Wie bei Menschen gibt es auch bei Hunden Tage, an denen sie nicht so leistungsfähig sind. Nur wenige Hunde vertragen es, wenn sie täglich joggen.

Hundehalter sollten beim Joggen ihren Hund immer im Blick haben, um rechtzeitig erkennen zu können, wenn es ihm nicht mehr gut geht.

Titelfoto: 123RF/dolgachov

Mehr zum Thema Hunderatgeber: