Eigentlich seit 20 Jahren Rentner: Gert (85) kriegt einfach nicht genug

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Von Sebastian Münster

Teicha - Wäre er ein Angestellter, wäre Gert Ebenrecht bereits seit 20 Jahren Rentner. Doch ein Leben so ganz ohne das Bäckereihandwerk kann sich der 85-Jährige schlicht nicht vorstellen. Kein Wunder: Ist er doch praktisch in der Backstube seines Großvaters aufgewachsen.

Gert Ebenrecht ist seit 65 Jahren Bäckermeister, hat auch als 85-Jähriger noch nicht genug von dem Handwerk.
Gert Ebenrecht ist seit 65 Jahren Bäckermeister, hat auch als 85-Jähriger noch nicht genug von dem Handwerk.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Bevor ich im Kindergarten war, war ich schon in der Backstube mit dabei", erinnert er sich. Zu diesem Zeitpunkt gab es die Bäckerei, die sich stets am selben Fleck in dem kleinen Ort Teicha (Saalekreis in Sachsen-Anhalt) vor den Toren Halles befand, bereits 35 Jahre, erinnert er sich. Gegründet hat sie sein Großvater Karl 1911. 

Heute arbeiten drei Generationen - allesamt Meister ihres Handwerks - zusammen in dem Betrieb. Seit 65 Jahren trägt Gert Ebenrecht den Titel des Bäckermeisters.

Als Ehrung für seine unermüdliche Arbeit erhält er am Freitag den Eisernen Meisterbrief der Handwerkskammer Halle. "Das ist kein Muss. Das ist mein freier Wille. Wenn ich nicht komme, komme ich nicht", sagt er darauf angesprochen. 

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Einzig das frühe Aufstehen - die Arbeit in der Backstube beginnt 2 Uhr morgens - überlässt er mittlerweile seinem Sohn Thomas Ebenrecht. Der Konditormeister führt den Betrieb mittlerweile gemeinsam mit seinem Sohn Max.

Das einzige, das Gert nicht mehr macht, ist morgens 2 Uhr in der Bäckerstube stehen.
Das einzige, das Gert nicht mehr macht, ist morgens 2 Uhr in der Bäckerstube stehen.  © Hendrik Schmidt/dpa

Dinkelbrot, Stollen, Bierbrot: Bäckerei Ebenrecht mehrfach ausgezeichnet

Opa, Papa, Sohn: Die Ebenrechts führen den Betrieb generationsübergreifend.
Opa, Papa, Sohn: Die Ebenrechts führen den Betrieb generationsübergreifend.  © Hendrik Schmidt/dpa

Ein anderer Beruf sei für keinen der Drei je wirklich infrage gekommen, so Gert Ebenrecht. Das Verhältnis der drei Meistergenerationen sei etwas Besonderes und wohl kaum mit einer normalen Arbeitsbeziehung vergleichbar, glaubt der 85-Jährige.

Als Jüngster und designierter Nachwuchschef kümmert sich Max um Vertriebs- und Rezeptideen und stellt den Betrieb für die Zukunft auf.

Mit insgesamt fünf "Kulinarischen Sternen" der Agrarmarketinggesellschaft des Landes ist die Bäckerei für ihre Kreationen bereits ausgezeichnet worden - darunter für ihr Dinkelbrot, ihren Stollen und ihr "Bierbrot".

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So hat Max Ebenrecht der Bäckerei auch den Weg in die regionalen Supermarktregale geebnet. Sechs Jahre Überzeugungsarbeit habe das gekostet, berichten die Drei. 

Titelfoto: Bildmontage: Hendrik Schmidt/dpa

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