Inflation trifft Sachsen-Anhalt seit Jahren besonders hart

Von Christof Rührmair

Halle/Dresden - Sachsen-Anhalt gehört zu den Bundesländern, in denen die Inflation in den vergangenen fünf Jahren überdurchschnittlich hart zugeschlagen hat.

In Sachsen-Anhalt stach der Analyse zufolge vor allem der Bereich andere Waren und Dienstleistungen hervor, der die Inflation antrieb. (Symbolbild)
In Sachsen-Anhalt stach der Analyse zufolge vor allem der Bereich andere Waren und Dienstleistungen hervor, der die Inflation antrieb. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa

Bundesweit lag der Preisanstieg im betrachteten Zeitraum 2020 bis 2025 bei 21,8 Prozent. In Sachsen-Anhalt fiel er dagegen um 1,6 Prozentpunkte stärker aus, wie eine Auswertung des Ifo Dresden ergab.

In Brandenburg, dem Land mit der höchsten Inflation waren es 1,8, in Sachsen und Bremen 1,7 Prozentpunkte mehr. Am anderen Ende der Skala liegt Hamburg, wo die Inflation um 2,1 Punkte niedriger ausfiel als im Bundesschnitt.

In Sachsen-Anhalt wie in den anderen ostdeutschen Flächenländern stach der Analyse zufolge vor allem der Bereich andere Waren und Dienstleistungen hervor, der die Inflation antrieb. Zu dieser Kategorie zählen Friseure, Pflege in sozialen Einrichtungen und Versicherungen etwa für das Auto.

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"Denkbar wäre, dass die Anhebung des Mindestlohns in Ostdeutschland stärker auf die Preise durchschlägt als in den westdeutschen Bundesländern", schreiben die Autoren Ricarda Kluth, Robert Lehmann und Marcel Thum.

Regionale Unterschiede bei Pflege, Versicherungen und Wohnkosten

Der Bereich Wohnen inklusive Strom, Gas und anderer Brennstoffe hatte einen eher absenkenden Effekt auf die Inflation. (Symbolbild)
Der Bereich Wohnen inklusive Strom, Gas und anderer Brennstoffe hatte einen eher absenkenden Effekt auf die Inflation. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa

Für eine stärkere Verteuerung von Pflegedienstleistungen spreche auch die stärker gestiegene Nachfrage danach in den ostdeutschen Flächenländern aufgrund der älteren Bevölkerungsstruktur.

Der Grund für einen möglichen kräftigeren Anstieg der Versicherungsdienstleistungen aber bleibe offen.

Eine große Rolle für die unterschiedlichen Entwicklungen in den Bundesländern spielt der Bereich Wohnen inklusive Strom, Gas und anderer Brennstoffe.

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In Sachsen-Anhalt hatte dieser Bereich eher einen absenkenden Effekt auf die Inflation, auch in Hamburg stiegen die Preise beispielsweise deutlich langsamer als im Durchschnitt, in Bremen dagegen deutlich schneller.

Weil die Wohnkosten zudem einen hohen Anteil im Warenkorb haben, schlagen sich Unterschiede hier auch besonders stark nieder.

Löhne sind in Sachsen-Anhalt stärker gestiegen als die Preise

Blickt man allerdings nicht nur auf die Inflation, sondern auch auf die Löhne und ermittelt die reale Stundenlohnentwicklung, ergibt sich ein anderes Bild. Und es fällt für den Osten sehr viel günstiger aus. Die vom Ifo Dresden ausgewerteten Daten hier reichen aber nur bis 2024.

Am besten schneidet dabei Thüringen ab, wo die Löhne von 2020 bis 2024 um 3,6 Prozentpunkte stärker gestiegen sind als die Preise. Dahinter folgt Berlin mit 2,6 Punkten Plus vor Mecklenburg-Vorpommern mit 2,5, Brandenburg mit 1,7, Sachsen-Anhalt mit 1,4 und Sachsen mit 1,3.

Am negativsten fällt die Bilanz in Bremen aus, wo unterdurchschnittlich steigende Löhne auf überdurchschnittlich steigende Preise treffen. Am Ende steht ein Minus von 3,9 Prozentpunkten.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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