Nach Sprengstoff-Drohne in Leipzig: Neues Zentrum in Sachsen-Anhalt soll Abwehr voranbringen
Von Daniel Josling, Anne-Beatrice Clasmann
Cochstedt - Wie lassen sich gefährliche Drohnen besser erkennen und abwehren? In Sachsen-Anhalt wird am Dienstag ein neues Forschungszentrum für Drohnensicherheit eröffnet.
Am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt im Salzlandkreis sollen dafür neue Technologien entwickelt und unter realistischen Bedingungen erprobt werden.
Zur Eröffnung werden auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU), Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (48, CSU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) erwartet.
Gemeinsam mit dem DLR-Standort Braunschweig entsteht nach Angaben der Beteiligten eine bundesweit einzigartige Einrichtung.
Wie aktuell das Thema ist, zeigte sich zuletzt am Flughafen Leipzig/Halle. Dort war eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden.
Die Bundesanwaltschaft spricht von einem "schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland".
Nach dem Vorfall forderten die Innenminister von Bund und Ländern mehr Tempo beim Aufbau der Drohnenabwehr. Das neue Technologiezentrum ist Teil einer größeren Strategie. Dazu gehören auch eine Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei sowie ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa
