Halle (Saale) - 7000 Kilometer durch Europa, über das Mittelmeer und durch die Wüste Afrikas: Für genau dieses Abenteuer bauen die Hallenser Studentinnen Berta (22) und Alina (23) derzeit einen betagten VW Crafter zu ihrem vorübergehenden Zuhause um. Am 7. November startet die Reise für die Freundinnen. Im Gepäck haben sie dabei nicht nur Abenteuerlust, sondern auch jede Menge Hilfsgüter.
Dass die beiden den Trip, der Teil der Rallye Dresden-Dakar-Banjul ist, unternehmen, sei zunächst eine Schnapsidee gewesen. "Mein Papa hatte erfahren, dass bei der Rallye noch Plätze frei sind und ein Filmteam für eine Doku Leute sucht. Da dachten wir, machen wir mit."
Alles Nötige für die Rallye besorgen sich die beiden Lehramtsstudentinnen derzeit selbst. Aktuell stehen einige Impfungen an. Seit dem Sommer bauen sie einen alten Crafter um, auf den sie in ihrem Freundeskreis stießen. "Wir haben bereits eine Dusche drin, am Wochenende haben Alina und ihr Papa das Bett eingebaut und mein Paps und ich kümmern uns demnächst um die Küche", erklärt Berta.
Die beiden Abenteurerinnen hatten sich vor drei Jahren zu Beginn ihres Studiums an der Uni Halle-Wittenberg kennengelernt. Berta stammt aus dem ostsächsischen Ebersbach-Neugersdorf, Alina aus Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Seit ihrem Aufeinandertreffen sind die zwei unzertrennlich. "Allein 2024 waren wir insgesamt etwa 14 Wochen auf Reisen", erinnert sich Alina.
Gleichzeitig geht das Duo immer wieder neue gemeinsame Projekte an. So haben sie mit "solamaréa" bereits ihr eigenes Modelabel gegründet. "Demnächst bringen wir auch unseren eigenen Kaffee raus. Wir sind beide Riesen-Kaffee-Fans! Das wollten wir schon immer machen", so die beiden.
Schulmaterial im Gepäck: "Haben erkannt, dass wir einen Beitrag leisten können"
Zu der Rallye starten Berta und Alina am 7. November. Von Dresden aus geht es quer durch Europa, um per Fähre zum ersten Treffpunkt in Marokko überzusetzen. Anschließend führt sie der Weg durch die Westsahara, Mauretanien und den Senegal, bis sie schließlich ihr Ziel Gambia an der westafrikanischen Küste erreichen.
Begleitet werden die Hallenserinnen sowie zwei weitere Fahrzeuge dabei von einem Filmteam, das eine Doku für das ZDF produziert. Neben der Fahrt durch die Wüste samt schlafen im Auto wird auch der Weg durch den Senegal aufregend. "Dort erhalten wir auf der gesamten Strecke Polizeischutz", sagt Berta.
In Gambia angekommen endet die Reise für den Crafter. Mithilfe einer Hilfsorganisation wird der Bus ebenso wie alle anderen Fahrzeuge der Rallye versteigert, um Geld für lokale Projekte zu sammeln. Auch Berta und Alina wollen mit ihrer Fahrt etwas Gutes tun, nehmen dafür Hefte, Kunst- und anderes Schulmaterial mit. Ihr eigenes Gepäck halten sie dafür gern minimalistisch.
"Am Anfang war die Fahrt eher eine Schnapsidee, aber dann haben wir erkannt, dass wir wirklich einen Beitrag leisten können. Das ist uns sehr wichtig", so Alina.
Auf Instagram wollen die Abenteurerinnen ab 7. November über ihre Reise berichten. Zudem haben sie eine GoFundMe-Kampagne ins Leben gerufen. Wer will, kann Berta und Alina darüber unterstützen.