13 Drohnenvorfälle über kritischen Anlagen allein in diesem Jahr! So reagiert Sachsen

Von André Jahnke

Dresden/Leipzig - Mehr als ein Dutzend Drohnenüberflüge über kritischen Infrastrukturen wurden in Sachsen gemeldet. Welche Konsequenzen drohen und wie wird auf die neuen Sicherheitsrisiken reagiert?

Eine Drohne im Einsatz am Flughafen Leipzig/Halle. Anfang August wurde dort ein mit Sprengstoff beladenes Fluggerät gestoppt.  © Hendrik Schmidt/dpa

Vor dem Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle sind in Sachsen 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge registriert worden. Betroffen waren im 1. Halbjahr dieses Jahres Standorte von kritischen Infrastrukturen, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen, wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte. Im gesamten Jahr 2025 waren es 25 Fälle.

Bei den Fällen aus diesem Jahr habe es keine Personen- oder Sachschäden gegeben, hieß es weiter. Betroffen waren in acht Sachverhalten der Sektor Transport und Verkehr, Energie (4 Fälle) sowie Staat und Verwaltung (1 Fall). In drei Fällen konnte die Polizei die Drohnenpiloten feststellen.

Werden die Fälle als Ordnungswidrigkeit eingestuft, drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Kommt es zu einer konkreten Gefahr für Menschen oder andere Flugzeuge, greift das Strafgesetzbuch. Bei einem fahrlässigen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr drohen bis zu fünf Jahre Haft.

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Bis zum Sachverhalt in Leipzig lagen dem sächsischen Innenministerium keine Hinweise auf Delikte oder Bezüge zur politisch motivierten Kriminalität, einschließlich Spionage, Sabotage, Terrorismus oder hybrider Bedrohungen vor.

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Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet

Ein Drohnenabwehrsystem wird bei der Eröffnung des Technologiezentrums für Drohnensicherheit präsentiert. Bis zu zehn Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in den Ausbau fließen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Am Abend des 4. August war eine Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle im Sicherheitsbereich zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem "schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland".

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte später: "Leipzig ist kein singulärer Fall, sondern Leipzig ist Teil eines größeren Gebildes, mit dem wir es zu tun haben." Es besteht zwar die Vermutung, dass Russland dahintersteckt, geklärt ist die Urheberschaft aber nicht.

Am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt im Salzlandkreis ist vor wenigen Tagen ein neues Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet worden.

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Bis zu zehn Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in den Ausbau fließen. Gemeinsam mit dem Standort Braunschweig sollen Forscherinnen und Forscher Technologien zur sicheren Nutzung sowie zur Erkennung und Abwehr von Drohnen entwickeln und unter realistischen Bedingungen testen.

Am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei nach dem Vorfall am 4. August einen Posten mit speziellem Radar eingerichtet. Die Technik wurde auf der Besucherplattform des alten Towers installiert. Aus einsatztaktischen Gründen würden keine Details dazu bekanntgegeben. Laut Medienberichten handelt es sich um ein EchoShield-Radarsystem, das anfliegende Drohnen auf größere Distanzen erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen kann.

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