Von Christian Grube
Leipzig/Köln - Was haben Roboter und Fußball gemeinsam? Nicht viel, könnte man meinen. Doch Roboterfußball erfreut sich steigender Beliebtheit. Derzeit finden in Köln die RoboCup German Open statt. Mit dabei ist auch ein Leipziger Team - die HTWK Robots. Sie kämpfen um die Deutsche Meisterschaft im Roboterfußball. TAG24 hat sie besucht.
Mehrere humanoide Roboter sitzen in Klappstühlen und warten auf ihre Programmierung. Sie sind rund 90 Zentimeter groß und erinnern ein wenig an Crashtest-Dummys.
Daneben sind die Vertreter der Leipziger Hochschule und arbeiten konzentriert an ihren Laptops, um die Programme für die Maschinen zu optimieren.
Teamchef ist Rico Tilgner (39). Zusammen mit einem damaligen Kommilitonen rief er die Gruppe 2009 ins Leben.
Heute arbeitet Tilgner beim Hersteller der Fußballroboter in Kalifornien und kommt für Wettbewerbe regelmäßig nach Deutschland.
Während in der menschlichen Welt Ausdauer und Strategie trainiert werden, erfolgt das Training der Roboter über Programmierung - oft bis kurz vor dem Spiel.
Rund 10.000 Euro pro Kicker: Das steckt hinter dem Wettbewerb
Sind die Akkus der rund 10.000 Euro teuren Maschinen geladen, geht es auf das Spielfeld. Ab diesem Moment können die Programmierer nicht mehr eingreifen.
Die Roboter agieren per KI autonom, erkennen ihre Position auf dem Feld, orten den Ball und entscheiden selbst, wohin sie schießen müssen, um ein Tor zu erzielen.
Zwölf Teams treten bei den RoboCup German Open gegeneinander an. Als stärkster Konkurrent gelten die B-Human der Universität Bremen.
Große Rivalität gebe es aber nicht, sagt Tilgner: "Wir helfen uns gegenseitig, außerdem wird der Programmcode am Ende öffentlich gemacht."
Denn Roboterfußball ist mehr als ein Wettbewerb. Die Teams forschen daran, wie Roboter künftig im Alltag eingesetzt werden können.
Gleichzeitig sind viele dieser Gruppen Talentschmieden für Start-ups. Ob die HTWK Robots den Titel nach Leipzig holen, entscheidet sich am Samstag.